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»Somebody said it takes about six weeks to get back to normal after you've had a baby. Somebody doesn't know that once you're a mother, normal is history.«

»There are times when parenthood seems nothing more than feeding the hand that bites you.« Peter de Vries

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Dienstag, 25. Oktober 2005

Einarbeitungsphase.

Ob sie es zugeben mag oder nicht, der Neue arbeitet sich schnell ein. Er hat nur wenige Stunden gebraucht, um die wichtigsten Aufgaben zu begreifen und als seine eigenen anzunehmen: Liegt lässig auf der Fensterbank, trinkt von der Trinkwasserkuppel und rennt sofort begeistert los, wenn jemand eine Dose auch nur berührt. Sein Resonanzkörper ist (noch) ziemlich klein, aber er bemüht sich bereits um ein kräftiges Brömmen. Man muss nur eben näher dran sein, um es zu bemerken.

Seinen Namen hat er auch schon gelernt. Er ist sehr pfiffig, klug und schnell genug, um zupackenden Händen zu entkommen. Außerdem passt er unters Sofa.

Sie hat es zuerst mit Ignorieren versucht, doch es ist schwierig, jemanden nicht zu beachten, der laut schmatzt, laut schlürft, häufig äußerst würzig pupst, das Klo geräuschvoll umgräbt und an der Lieblingsfellmaus zerrt, jede Action am Kratzbaum sofort genauestens nachahmt und ständig unerschrocken seine kleine Stirn gegen die ältere Generation rammt.

Erst hat sie immer mal wieder ein bisschen halbherzig gefaucht. Er hat energisch zurückgefaucht und kam sofort wieder um die Ecke geschmust. Nun verfolgt er sie beharrlich. Sie schweigt dazu. Aber wenn er nicht hinguckt, guckt sie. Ganz aufmerksam.

Gestern lagen sie eher versehentlich Rücken an Rücken. Von ihm war es kein Versehen, er wünscht sich Zärtlichkeiten von ihr und er wird niemals aufgeben, das ist offensichtlich. Zack, klebte sein kleiner Hintern dicht an ihrem winterpuscheligen. Sie war eingeschlafen und wachte erschrocken auf, streckte sich und ging erst mal weg. Ich könnte schwören: Sie hat dabei kurz mal geschnurrt.

# 25. Oktober 2005 um 01:54 PM
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Donnerstag, 20. Oktober 2005

Missverständnis: Keine “Grabstelle”

Es wird keine Grabstelle auf dem Tierfriedhof geben, dort wird nur die Einäscherung vorgenommen. Was Privatbegräbnisse im eigenen Garten angeht: Es ist nun mal nicht unser eigener Garten und ich bin da in städtischen Gegenden eher auf Seiten des Grundwassers, seitdem ich mitbekomme, dass selbst bernhardinergroße Hunde mal eben in Stadtgärten untergebuddelt werden.

Außerdem gehe ich davon aus, dass viele dieser Begräbnisse stattfinden, weil die Besitzer verständlicherweise das Tier nicht in den Restmüll werfen lassen wollen, aber die (hohen) Kosten für die Einäscherung scheuen – und eben nicht nur, weil Lassie für immer unter Mamas Himbeerstrauch schlafen soll. Selbst beerdigen ist dann wohl die Lösung, die Herrchen oder Frauchen am besten aushält. Dann ist das eben so.

Wenn jemand ‘richtige’ Tierfriedhöfe mag und sie ihm/ihr bei der Verarbeitung helfen, ich habe bestimmt nichts dagegen zu sagen - es ist nur nichts für mich. Exakt das gilt auch für selbst veranstaltete Haustierbegräbnisse auf eigenem Grund und Boden:

Macht doch alle, was Ihr wollt.

# 20. Oktober 2005 um 07:53 AM
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Mittwoch, 19. Oktober 2005

Wachen, lesen, lange Blog-Einträge schreiben

Der schwarze Keramikspringbrunnen ist gekommen, aufgebaut und sofort der Nachbarin geschenkt worden, die uns bei einem netten Abendessen im Restaurant erzählt hat, dass sie Zimmerbrunnen ja so sehr liebt und bei sich leider nicht ans Laufen gekriegt hat (natürlich prompt, nachdem ich mich im Verlauf des Smalltalks dafür entschuldigt hatte, bald so eine absolute Scheußlichkeit aufstellen zu wollen).

Sie freut sich sehr darüber und bei uns könnte er sowieso nicht stehen, nicht mal wenn wir so was toll finden würden: Vielleicht hätte ein würdevoller Goldkater noch einen halbwegs normalen Plansch-Umgang damit gehabt, von einem Kater-Teenie kann man das nicht erwarten. Außerdem brauchen wir keine sprudelnde Trinkquelle mehr. Vielleicht mag der Teenie ja auch den Trinkwasser-Kuppeldom.

Miss Peppermint liegt mit trübem Blick in dunklen Ecken und fühlt sich offensichtlich einfach nur sehr alleine. Das tut mir zwar weh … aber einfach übergangslos einen neuen Kater in unser Leben pappen, das habe ich nicht geschafft. Ich brauche diese Tage, um zu trauern und zu vermissen und die Trennung von Nandi zu verarbeiten, der ja immer und überall um mich war. Auch der neue kleine Kater hat ein ernst gemeintes Willkommen verdient, und dazu ist einfach etwas Abstand nötig. Klar, ich komme mir trotzdem völlig herzlos vor und so, als würde ich Nandi verraten - andererseits hatten wir schon vor langer Zeit darüber gesprochen, wie wir vorgehen, wenn eine unserer Katzen stirbt und wussten eigentlich auch ohne Vereinbarungen, dass wir eine Zwei-Katzen-Familie sind und sein wollen und dass keine unserer Katzen alleine sein soll. Wir taten wie unter Betäubung, worauf wir uns lange vorher geeinigt hatten und das ist gut so. Der Neue sieht übrigens völlig anders aus als Nandi oder Pepper, und auch das ist richtig so. Miss Peppermint muss jetzt auch nicht mehr lange unter Einsamkeit leiden.

Eure vielen lieben Mails, Comments, Anrufe und Karten haben mir sehr geholfen, weil ich wusste, dass mich jemand versteht und nachfühlen kann, wie es uns jetzt geht. Nandi hat ja sogar Sprühsahne geschickt bekommen, von Liisa, ein paar Tage vor seinem Tod.

Natürlich war auch die obligatorische »Es ist doch nur ein Tier«-Zurechtweisungsmail unter den Zuwendungen, ohne hätte mir auch glatt was gefehlt. Solche Kackfratzen aus der Blogosphäre helfen ja meist dabei, eine Ansicht richtig zurechtzurücken, auch wenn sie sicherlich das Gegenteil beabsichtigen und nicht begreifen, wie transparent sie sind.

Ja, er war nur ein Tier. Aber für mich war er wichtig und das muss ich nicht rechtfertigen.

Ich bedanke mich für die vielen lieben Nachrichten und Grüße, die uns erreicht haben und auch für die Hinweise auf homöopathische Heilmittel und Behandlungsmethoden.

# 19. Oktober 2005 um 10:37 AM
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Dienstag, 18. Oktober 2005

Taking the long road home

Wir haben Nandi gestern aus der Tierklinik geholt und zum Tierfriedhof gebracht, um ihn zur Einäscherung abzugeben. In der Klinik und dort hat man sicherlich gedacht, dass ich ihn in irgendeinen alten Lappen eingewickelt habe und ich verspürte die ganze Zeit den unsinnigen Drang, darauf hinzuweisen, dass es sich um mein orangesonnenrotes Lieblingshandtuch handelte, das zugegebenermaßen zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, aber trotzdem nicht nur irgendein Lumpen ist. Wahrscheinlich habe ich es auch getan (darauf hingewiesen), ich weiß es nicht mehr. Gestern war ein schlimmer und seltsamer Tag.

Ein toter kleiner Kater ist sehr hart und schwer und ich habe es nicht geschafft, ihn aus dem Handtuch zu rupfen, um ihn noch einmal anzuschauen, denn es war um seine Pfoten gewickelt und dann sollte das wohl auch alles so sein. Aber die Ohren habe ich noch streicheln können, die zarten golden getupften Dinger mit dem rosa Schimmer und den Puscheln daran. Sie fühlten sich an wie immer und ich musste mich irgendwann zwingen, damit aufzuhören.

Dann half ich dabei, ihn in eine dunkelrote Plastiktüte zu stecken, ein Etikett daran zu heften und in einer Tiefkühltruhe zu versenken. Was ich jetzt unendlich schlimm finde, auch wenn es nicht zu ändern ist. Er hatte es so gerne warm, er liebte Fußbodenheizungen und Heizdecken und Sonnenstrahlen, und jetzt liegt sein harter kalter kleiner Körper in einer Tiefkühltruhe in Volmerswerth und wartet darauf, am Mittwoch eingeäschert und dann in unserem Garten verstreut zu werden. Und seine Ohren fühlen sich noch an wie immer. Ich weiß es genau.

Vor der Treppe wächst ein großer Rosenstrauch, der muss ganz neu vom Gärtner gesetzt worden sein, er blüht jetzt gerade (?) trotz der Jahreszeit. Seine Blüten sind sahnefarben mit einem goldenroten Kern, das scheint mir der richtige Platz.

Es tut weh. Wir vermissen ihn schmerzlich.

Miss Peppermint ist sehr unglücklich. Völlig verstört. Sie schreit nicht mehr so viel, aber sie liegt zu einem traurigen kleinen Klops zusammengerollt in den Ecken herum und man muss sie lange kneten und knuddeln, um ihr das Schnurren zu entlocken, das sonst ganz von selbst durch den Raum rollte. Sie sieht auch irgendwie ein bisschen platt und ziemlich elend aus und entspannt sich nur noch, wenn sie auf dem Arm gehalten wird.

Dieser Eintrag entsteht einhändig, weil mein linker Arm ein verzweifeltes dickes Katzenmädchen festhält und sie ein bisschen beruhigend zwackelt, während ich tippe, aber gleich werde ich sie weglegen (auf die Heizdecke) und meinen Weg zurück in die Arbeit finden müssen, und zwar sehr dringend.

# 18. Oktober 2005 um 08:24 AM
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Montag, 17. Oktober 2005

Nandi von Chera, 02.04.1991 - 17.10.2005

Um 3 Uhr nachts ist Nandi auf meinem Arm gestorben, nachdem er in meiner Armbeuge liegend eine Vollnarkose erhalten hat, die ihn auf eine Spritze ins Herz vorbereiten sollte. Sein geschwächter Körper hat aber schon die Narkose allein nicht mehr verkraftet und so spürte ich, wie er noch einige Male schwerer atmete und dann ruhig wurde.

# 17. Oktober 2005 um 01:14 AM
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