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»Somebody said it takes about six weeks to get back to normal after you've had a baby. Somebody doesn't know that once you're a mother, normal is history.«

»There are times when parenthood seems nothing more than feeding the hand that bites you.« Peter de Vries

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diary style

Sonntag, 07. September 2003

Café ohne Gesicht

Eins der früheren Lieblings-Cafés hat den Wandel zu einem weißgetünchten und auf edel-schlicht getrimmten Bistro durchlaufen. Die Holzbänke und Tische sind geblieben, der Milchkaffee ist immer noch gut, dafür sind die Pflanzen, Spiegel und vor allem die Bordüre aus antiken Reisegepäckstücken verschwunden, die oben an der Wand entlang verlief.

Erst war ich noch froh, dass man dort überhaupt noch brunchen konnte und es nicht dichtgemacht hatte, weil wir verabredet waren und es nervig gewesen wäre, sich praktisch vor der Tür stehend neu abzusprechen. Dann fand ich es ganz angenehm drinnen, immerhin wenigstens noch freundlich und hell. Das Frühstück war preiswert und dementsprechend auch fast nichts von dem da, was ich persönlich gerne frühstücken würde (was soll denn ich mit so Ekelzeugs wie Kellogs Smacks, nur weißen Brötchen & Croissants, wenn es keinerlei Gemüse, keine frischgepressten Säfte und nur wenig Obst gibt), aber für 5,50 Euro pauschal kann man natürlich keine Ansprüche an die Auswahl stellen. Normales frisches Frühstück eben, nix Dolles, nur eben kaum was für mich dabei (und ich bin nicht mal Vegetarierin). Aber ich habe dann eben ein Ei und Obst genommen und hätte auch einen Salat nehmen können, das fiel mir nur leider viel zu spät ein.

Während wir also drinnen sassen, habe ich noch überlegt, dass man trotzdem ab und zu mal herkommen könnte mit mehreren Leuten und dachte dabei vor allem an das Frühstück zum günstigen Preis. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr ärgere ich mich, dass der langweilig-edle Einheits-Look schon wieder ein Lokal verschlungen hat, das vorher weit gemütlicher zum Sitzen und Quatschen war.

Um so zu sitzen wie dort muss man nicht mehr durch die halbe Stadt fahren. Nobelkarg getüncht mit Holzbänken können sie alle, dazu gehört nicht viel.

# 07. September 2003 um 12:08 PM
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Mittwoch, 03. September 2003

Langweiliger Privateintrag gelöscht

Nicht aufgrund des Inhalts, sondern wegen mangelnder Bereitwilligkeit meinerseits, ihn auch zu veröffentlichen. Es fühlt sich immer “falscher” an, dem Internet auch harmlose Einblicke zu geben. Sollen die sich doch alle auch ein Leben besorgen. Ein eigenes.

# 03. September 2003 um 07:19 PM
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Dienstag, 02. September 2003

Kraftwerk: Tour de France

Transmission. Der Mix hat sich meinem Puls angepasst (oder war’s andersrum?). So lässt es sich arbeiten. Langsam legt sich auch die Aufregung wegen der un-glaub-lich “wichtigen” Comment-Funktion hier wieder ;-) und übrigens, Biggi ist eine kluge Frau. Aber das wusste ich schon.

Morgenlektüre, erzeugt Blinzeln: T-Shirt, bedruckt mit “Rezession 2003 - ich war dabei”.
(Aus Die Selbstheilungskräfte des Marktes, Zeit online)

Dort gefunden: Die kleine Marie - verschlichter dich!, eine Flash-Homepage im Vorkriegs-Look, aber mit einer cleveren Idee dahinter. Warum das in Flash sein muss - warum überhaupt irgendwas in Flash sein muss, wenn strukturierte Informationen und nicht gefühlte Bilder transportiert werden sollen - das weiß ich auch nicht. Funktioniert auch hier wieder nicht sehr prall - ja genau, ich musste das Kochbuch gleich bestellen. Um (mir) zu beweisen, dass ich schon viel länger viel schlichter und frischer koche. Was sonst.

# 02. September 2003 um 07:36 AM
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Montag, 01. September 2003

Herbstahnungen

Nun werden wir online wieder alle paar Klicks auf die »Stufen« von Hesse treten. Schönes Gedicht, leider überstrapaziert bis zur Entwertung. Unerträglich auch sonst, wenn man schon beim ersten gelesen Wort, beim ersten gesprochenen Satz genau weiß, wie es nun weitergeht im Verlauf dieses Dialogs und was die »Pointe« sein wird, wenn es denn überhaupt eine gibt.

Menschen teilen sich sanft, aber unerbittlich in zwei Lager auf: Die gnadenlos Berechenbaren und die Lebendigen.

# 01. September 2003 um 08:44 AM
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Mittwoch, 11. Juli 2001

Wer hat an der URL gedreht? Ist ...


Wer hat an der URL gedreht? Ist es wirklich schon so spät?? Eigentlich ist es ja “in der Früh”, aber ich meinte mehr die große Uhr. Obwohl ... nein es kommt mir nicht “spät” vor, im Gegenteil. Nun bin ich also 35 und ein Glückwunsch nach dem anderen kommt durch die Mailbox angesaugt, seit Mitternacht - und schon seit ein paar Tagen per Antikpost. Danke euch allen! Ich würde jetzt gerne mit einem geniesserischen Milchkaffee in der Hand im Bett sitzen und alle Weblogs und Diarys lesen, die ich letzte Woche verpasst habe, aber wenn ich das mache, werde ich bis nachmittags keinen Handschlag arbeiten. Heute aber brauche ich den Abend. Offline. Ein Eintrag hier muss also reichen.
;-)


Eigentlich hatte ich wenig Lust auf diesen Geburtstag. Bei uns stehen im August noch ein paar größere Familienfeierlichkeiten an, einschliesslich Olivers Geburtstag und ich selbst mochte es noch nie, auf einen bestimmten Tag zum Feiern festgelegt zu sein. Das anhaltend schwüle Wetter der letzten Wochen machte auch nicht gerade Lust auf Partyvorbereitungen und dann kommt noch hinzu, dass die Leute einen neuerdings oft sowas fragen oder fragen wie:


  • “Naaaaaa, irgendwann kommen jetzt sicher auch bei dir bald die Falten?!”
  • “Was machen denn die FAMILIENpläne?”
  • “Tick tack tick tack, höre ich da eine biologische Uhr?”
  • “Ich will euch ja nicht reinreden, aber wenn ich da mitzureden hätte, würde ich mal so langsam ...”

... und ich habe da nun mal dieses kleine medizinische Problem. Meine Zunge nämlich. Ich hab sie manchmal einfach nicht im Griff. Wenn es etwas auf dem Planeten gibt, das dringend abgeschafft werden müsste, so sind es betuliche zutraulich-lästige Leute, die zwar selbst wie sexfreie Zombies leben - sich aber eine interaktiv verstreute Meinung leider leisten können. Zeitlich betrachtet natürlich. Dies “sich leisten können”. Sonst nicht. Leider haben manche Anlässe es so an sich, dass sie den Möchtegern-Animateur und den dämlichen Sprücheklopfer auch aus netten Leuten herauskitzeln: Wer sich mir mit platten Sprüchen aufdrängt, muss mit den Antworten leben, doch wozu soll ich eine größere Party geben, um mir die dämlichen T-Shirt Sprüche auch noch live anzuhören?

Was den Fuss angeht, die Botschaft ist endlich auch in meinem Kopf angekommen: Es ist recht unwahrscheinlich, dass ich jemals wieder - wie früher - vier- bis fünfmal in der Woche zwei bis vier Stunden lang Sport treiben werde und es hilft mir auch nix, dass ich das gelegentlich schmerzlich vermisse. Die Zeiten haben sich halt geändert, diese Autoimmunkrankheit mit ihren wiederkehrenden Infektionen ist nicht von Pappe und es ist nur logisch, dass man nach anderthalb Jahren Bettruhe (naja fast) Muskelkrämpfe und Verkaterungsschmerzen hat, wenn man dann einfach losmarschiert und fünf Stunden pausenlos übers Pflaster trabt.

Vielleicht war es auch einfach nur PMS.

Jedenfalls sitze ich hier und mir geht es wunderbar und wir haben doch noch ein paar Freunde eingeladen (aber lieber am Wochenende) und ich mache gleich ein paar Geschenke auf und 35 passt wie ein bequemer Laufschuh, der keinerlei Verschleißspuren aufweist. Kein spontaner Zerfallsprozess hat um Mitternacht eingesetzt, weil nun die Hälfte meines Lebens vorbei ist ;-) graue Haare liegen bei uns nicht in der Familie, meine Mutter hat mit 60 immer noch kein einziges ... und auch sonst kann ich über die Erbanlagen nicht klagen: Immer wenn ich schaue, ob ich Lachfältchen kriege, finde ich garantiert einen Pickel. Sonst nichts.

Eigentlich entspreche ich dem Bestandsaufnahmen-Typus: Was hat sich verbessert, was verschlechtert, was habe ich (nach Plan) erreicht, was nicht? Bis 20 wollte ich zuhause ausgezogen sein, bis 25 einen interessanten Job mit vielen Auslandsreisen haben (erinnert mich bloss nicht daran), bis 30 ein Buch veröffentlicht haben, mit 35 auch beruflich selbstständig sein. Soweit OK, ich kann nicht klagen.

Die Haare sind nicht also nicht weiß oder grau, die Zähne noch alle drin, die Oberweite ist noch da, wo sie hingehört und die Gesundheit an sich stabilisiert sich langsam, aber deutlich sichtbar. Sogar den Leberfleck hoch oben auf dem Wangenknochen, den ich mit 14 sehnlichst herbeiwünschte, bekomme ich gerade *grummel*

Was soll ich sagen? “Ich bin 35 und das ist gut so.”

# 11. Juli 2001 um 10:00 PM
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