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dragonmaking

Montag, 31. Mai 2004

Arbeiten mit Ton

Die vielen Reaktionen zu den Tonfiguren haben mich überrascht und erfreut. Eigentlich wollte ich ja nur eine Handvoll Mosaiksteine nachkacheln, ich renoviere einen sehr alten Tisch, den mein Urgroßvater wie viele andere Erbstücke selbst gebaut hat, und die Drachen kamen irgendwie von selbst - machen ja auch mehr Spaß als Kacheln. Ich wusste immer, dass ich mindestens eine solche Figur noch töpfern würde, denn ich habe vor 20 Jahren einmal einen großen weißen Tondrachen zurücklassen müssen, weil er gebrannt zu schwer für einen Transport war. Dabei wäre er damals das einzige Stück gewesen, das ich behalten hätte. Ernest (danke Lazerte für den Namen) wird ein würdiger kleiner Nachfolger sein, wenn er das Feuer überlebt, und einen Kräutergarten bewachen.

Pfingstdrachen 2004
Der liegende Drache aus schwarzem Ton ist ca. 30 cm lang und auf dem Bild etwa 20 Stunden alt, also noch ganz feucht. Die stehende Figur aus gelben Ton ist anderthalb Tage älter und trocknet bisher problemlos (ohne Risse).

Die gute Nachricht für alle, die mir begeistert geschrieben haben, dass sie als Kind so gerne “töpferten”: Man muss nicht zwangsläufig in einen Volkshochschulkurs oder ähnliches gehen, und man braucht auch keinen eigenen Ofen.

Sucht in den Gelben Seiten oder im Internet nach “Brennservice” und ihr werdet Anbieter finden, die für zwei bis fünf Euro pro Kilo Töpferwaren brennen. Mein Tipp wäre, auch den - hochwertigen - Ton und die Glasuren beim Betreiber des Brennservice zu kaufen, denn es gibt qualitativ minderwertige Sonderangebote in Baumärkten usw., die einen guten Brennofen auch ruinieren können und daher verständlicherweise von den Inhabern der Brennöfen mit Misstrauen betrachtet werden. Außerdem werdet ihr vernünftig beraten, könnt das Zusammenspiel von Ton und Glasuren vorher anschauen und habt so die Möglichkeit, euch auch mal kleinere Mengen von anderthalb oder 2 kg abpacken zu lassen und müsst zuhause nicht so viel Ton verwalten, der ja auch Platz wegnimmt und das richtige Raumklima braucht.

Ton kostet zwischen 6 und 10 Euro für 10 Kilo-Batzen (meinen Erfahrungen nach, es mag da noch ganz andere Spannen geben) und Glasuren ab 3 bis 4 Euro für ein Töpfchen, es gibt aber auch größere Mengen. Lasst euch am besten vor Ort beraten, schaut euch fertige Stücke an (die dort zum Trocknen oder nach dem Brand herumstehen werden) und probiert verschiedene Sorten aus: Der schwarze Ton für die Drachin baute sich mit geschmeidiger Leichtigkeit auf, dagegen kletterte Ernest nur vergleichsweise langsam aus dem gelben Ton, den ich für Kacheln gekauft hatte.

P.S. Die Drachen sind hohl, keine massiven Tonbatzen. Jemand hat gefragt, ob ich nicht mal schrittweise aufschreiben kann, wie das geht ... aber ich glaube, das würde dann schon eine ziemliche Fotostrecke erfordern, daher hier für absolute Beginners nur der Hinweis: Die Drachen und andere solche Figuren aus Ton sind hohl mit einem Loch im Boden, sonst könnte man sie nicht brennen. Ich hätte euch sehr gerne ein paar Anleitungen für Einsteiger gegoogelt, aber leider haben »Die Dialer« jetzt auch diese Art von Links übernommen. Kauft euch also lieber ein preisreduziertes Buch bei Amazon Marketplace (so was) oder Ebay, statt Link für Link mit Download-“Optionen” zu kämpfen.

Ach ja ... und falls jetzt jemand inspiriert wurde und bald mit tonverschmierten Händen gesichtet wird: Ich würde mich freuen, davon zu erfahren :)

# 31. Mai 2004 um 01:21 PM
dragonmaking • 2x FeedbackE-MailDrucken





Sonntag, 30. Mai 2004

Ein Drache ist kein Drache, zwei Drachen wären genug, wenn nicht einer sofort einen anderen Besitze

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Es sieht nur so aus, als würde ich ganz Pfingsten lang töpfern. So lange dauert das aber nicht. Und wie jeder weiß, braucht man zwei blaue Drachen, um einen Kräutergarten zu bewachen. Hoffentlich bleiben sie heil ... ich hab diese neue Kategorie mal “dragonmaking” genannt, denn sie werden nun zwei Wochen trocknen müssen, gebrannt werden, hoffentlich heil bleiben, glasiert werden und noch mal gebrannt werden und das werde ich der Einfachheit halber (meiner Einfachheit halber) hier dokumentieren.

Und H., du hast völlig Recht. Es ist grandios, zwischendurch einfach mal was mit den Händen zu machen, spielerisch, ohne Erwartungshaltung. Allerdings wusste ich bei dem gelben Batzen Ton sofort, dass ein Drache drinsteckte. Manchmal ist das einfach so.

# 30. Mai 2004 um 07:42 PM
dragonmaking • 2x FeedbackE-MailDrucken





Samstag, 29. Mai 2004

Noch mehr Töpferei

Wenn man alle Kacheln fertiggestellt und noch Ton übrig hat, macht man traditionell Aschenbecher aus Tonresten. Sollte ich mich da irren? Ich glaube nicht, denn irgendwie scheint jeder mal einen Aschenbecher zu töpfern, ob aus Resten oder aus Verzweiflung, wer weiß das schon. Ich auch. Aus Resten.

Diesen hält ein kleines Wasserdrachenmädchen fest, das mit der Schwanzspitze eine Zigarette halten könnte, bisher aber nur mit seinem Quietscheentchen spielt.

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# 29. Mai 2004 um 11:35 PM
dragonmaking • 7x FeedbackE-MailDrucken





Das ist ein ... Drache.

Das ist ein Drache. Er formte sich quasi von selbst aus dem Ton heraus, denn ich schwöre, ich wollte nichts weiter als schnell eine Kachel für ein Mosaik nachmachen. Dann verselbstständigte sich irgendwas und plötzlich lag sein Gesicht da rum und wollte einen drachigen Körper. Warum also nicht.

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Da wird jemand nicht schlecht staunen, wenn er statt einer Kachel das brennen soll. Bin mal gespannt, ob dieser Drache heil bleibt, sehr klein ist er nicht. (Keine Sorge, die Kacheln hab ich auch noch hingekriegt.)

# 29. Mai 2004 um 06:45 PM
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