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filmreif
Narnia
Als ich den Trailer im Kino zum ersten Mal sah, musste ich sofort wegsehen, um meine Bilder von Narnia zu schützen. Ewig konnte das nicht gut gehen, das wusste ich seit den barbiegroßen Narnia-Figuren an der Supermarktkasse, deswegen flüchtete ich mich zurück in alle sieben Bücher, um meine eigene Version zu retten. Ich wanderte durch viele Seiten zurück zu dem Punkt, an dem ich als Kind entdeckte, dass es mehr als ein Buch über Narnia gab.
Was mich damals sehr entzückte, daran erinnere ich mich noch genau: Chroniken, das heißt, es gibt noch mehr.
So schlimm war es dann gar nicht im Kino, der Film hat gar nicht wehgetan, er war sogar ganz schön. Vielleicht hätte in diesem seltenen Fall die Stimme eines allwissenden Erzählers nicht geschadet, der die Magie zwischen den Zeilen hervorholen und zwischen die bunten Bilder hätte streuen können, aber andererseits ahnt man ja schon, wie grausam eine deutsche Synchronisation dann geworden wäre.
Was Aslan für Narnia ist, wurde nicht wirklich spürbar, doch die Darstellungen von Lucy und Jadis entschädigen für vieles. Ich glaube, man sollte einfach vorher das Buch lesen und dann haut das mit der Erzählung in laufenden Bildern schon hin.
Rache ist Süßstoff
Das Internet ist so toll. Wenn man zum Beispiel allwöchentlich mehrmals gezwungen wird, sich mit den Persönlichkeiten von »Bold and Beautiful«, besser bekannt als die ZDF-Soap »Reich und schön« auseinanderzusetzen und das teilweise sogar mitgucken muss, nur weil man sich ein bisschen um Nachbarn kümmert, dann ist das irgendwie nicht immer wirklich leicht auszuhalten.
Aber mit Internet und Englischkenntnissen kann man hingehen und in Minuten recherchieren, dass bei uns gerade Folgen laufen, die in den Staaten vor drei Jahren aktuell waren und so blitzschnell ermitteln, dass die zu Grabe getragene Taylor (die letzte Woche fünf Folgen lang in malerischer Großaufnahme verstarb, aufgebahrt und schließlich beerdigt wurde!) nach zwei Jahren wiederkommt, weil dann ihr Streit mit dem Produzenten bereinigt wurde.
Sogar Frau Ich-bin-ein-Hardcore-Fan musste zugeben: »So ein Scheiss.«
Na also. Geht doch.
May I have a piece of Einstein’s brain, please? It is my biggest dream
I am born in Nagasaki two years after bomb. Einstein is made responsible for the bomb, but I do not blame him. I still love Albert Einstein.
Kenji Sugimoto im Epilog von “Einstein’s Brain”
Wir waren gestern nicht im Kino, sondern haben eine sehr bizarre Dokumentation über einen japanischen Professor Dr Sugimoto gesehen, dessen Leidenschaft sich völlig und ausschließlich auf das Gehirn von Einstein konzentriert. Die organischen Reste davon, genau genommen. Man begleitet Sugimoto bei Gesprächen mit der Enkelin und diversen Wissenschaftern, erfährt von ihm einiges über seine Motivation und sitzt eigentlich die meiste Zeit mit zurückgeklappten Ohren da, weil er am Ende wirklich ein Scheibchen des eingelegten Hirns erhält und weil diese sorgfältig aufbereitete Dokumentation einfach so wunderbar schräg anmutet und man das alles gar nicht glauben kann.
Sneak Preview oder nicht Sneak Preview?
Der hilfreiche Hinweis der Woche lautet: »This week, our Sneak has something to do with experience of some kind… ‘Nuff said.«
Super. Das kann dann ja wohl alles sein. Kurz auf [url=http://www.cinema.de]http://www.cinema.de[/url] geschaut, was in den nächsten Tagen alles so anläuft:
Dark Water - Dunkle Wasser. »Subtiler Psychothriller mit Jennifer Connelly, die in ihrer Wohnung unheimlichen Wasserfluten ausgesetzt ist.« (Anmerkung der Redaktion: Das haben wir selbst, der Kater schreit immer noch in der Badewanne herum, wenn er Durst hat.)
Der wilde Schlag meines Herzens. »Ein zorniger junger Mann entdeckt beim Klavierunterricht seine sanfte Seite. Selbstfindungsdrama aus Frankreich.« (Anmerkung der Redaktion: Bitte lieber halbnackte Machos, die sich eher als Jäger denn Sammler sehen. Kein Klavier und nicht in Frankreich bitte.)
Unkenrufe - Zeit der Versöhnung. »Hölzerne Tragikomödie um einen völkerversöhnenden Friedhof in Danzig. Nach einer Vorlage von Günter Grass.« (Anmerkung der Redaktion: Blärgh.)
Spiel ohne Regeln »Footballstar Adam Sandler landet im Gefängnis und kommt nur unter einer Bedingung mit einem blauen Auge davon: Er soll mit einem Häftlingsteam gegen die Mannschaft der Wärter antreten.« (Anmerkung der Redaktion: Bäh.)
Das Fenster gegenüber. »Ferzan Özpeteks (“Hamam - Das Bad”) Drama über eine unglücklich verheiratete Frau, die sich in ihren Nachbarn verliebt, wurde in Italien mit Preisen überhäuft.« (Anmerkung der Redaktion: Nei-hein.)
Horst Buchholz - Mein Papa. »Intime Dokumentation über den “deutschen James Dean”.« (Anmerkung der Redaktion: Kein Kommentar.)
Winn-Dixie - Mein zotteliger Freund »Durch einen großen Hund findet ein einsames kleines Mädchen endlich Freunde.« (Anmerkung der Redaktion: So grausam kann doch kein Preview sein, oder?)
Mein VERDACHT:
Sneak Preview: Guess Who
Sneak Preview Vorstellungen machen mich nervös, seit ich die Zombies, Jackie Chan und Feardot.com über mich ergehen lassen musste. Sneak Previews gefallen Oliver und Oliver gefällt mir, also gehe ich trotzdem mit und behalte mir das Recht vor, raus zu gehen und zu lesen, wenn ich merke, dass der Film mir total quer sitzt. Meistens bleibe ich dann trotzdem und maule ein bisschen herum – Oliver gefällt nicht alles an den Movies, aber das Preview-Feeling scheinbar sehr. Und mir ggf. noch, dass man noch von niemandem was vorgekaut bekommen hat zu jenem Film und sich komplett selbst berieseln lassen kann.
So weit, so entschlossen war ich heute, aufzustehen und zu gehen, als sich allmählich abzeichnete, dass wir in einer gar luschtigen “Komödie” saßen, die auf dem mir persönlich unerträglichsten aller klamaukigen Klischees aufbaut: Eine saublöde Lüge eines Hauptdarstellers, um auf einen ‘wichtigen’ Menschen einen guten Eindruck zu machen, die daraus logischerweise entstehende lawinenartige Reaktion, die über viel Kuddelmuddel irgendwan zum rührseligen Happy End führt. Das war dann auch genau so, übrigens. Zum ersten Mal wollte ich also mein SP-Veto durchboxen, da