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trollzucht

Donnerstag, 06. November 2003

Stalker verdienen keine Beachtung.

Noch was zum Thema hier - und nicht vergessen die 10 Regeln für gute Stalker.


—-

Stalker Verdienen keine Beachtung

Ein beliebter Spruch von Nichtbetroffenen. Pädagogisch sicherlich richtig, nur hat die Praxis gezeigt: Stalker interessiert es gar nicht, ob man sie beachtet, sie bilden sich ja eh ein, dass die Welt der Begehrten oder des Verehrten sich nur noch um ihre kranken kleinen Vorstellungen dreht.

Das sind so wenig normale Menschen wie jene, die aus sexuellem Interesse Kinder tätscheln. Einem Cyberstalker fehlt komplett das Unrechtbewusstsein und er hat absolut kein Verständnis dafür, warum seine eigenen Interessen und Neigungen nicht die wichtigeren sein sollten. Sein Begehren ist dem Stalker viel wichtiger als das Gefühl der Belästigung oder des Ekels auf der anderen Seite. Wie Menschen mit der Veranlagung zum Berühren ausgesprochen jugendlicher Haut versteht ein Stalker nicht, dass er Grenzen überschreitet, die es aus guten Gründen gibt - und wenn er es versteht, dann interessiert es ihn nicht.

Ich wähle diesen Vergleich nicht, um zu provozieren, sondern weil es in den letzten Tagen in den Medien genug Berichte über P__ gegeben hat, aus denen klar ersichtlich war, dass diese Kaputten denken, sie hätten ein RECHT auf sexuellen Umgang mit kleinen Menschen und würden nur bös gesellschaftlich diskriminiert. Stalker sehen sich tatsächlich fast immer selbst als Opfer, so unfassbar das denkenden Menschen vorkommen mag. Sogar der Wortlaut (!) der Begründungen stimmte zu großen Teilen mit dem Gesabber überein, das man von einem Stalker zu hören/lesen bekommt, wenn man sich gegen die Bedrängungen abgrenzen will.

Während man sicherlich nur Zeit verschwendet, indem man mit einem Verwirrten kommuniziert, der eh nur zwischen Liebeswahn und aus Zurückweisung entstandem Hass schwankt, ist es jedoch richtig und wichtig, mit anderen und online offen darüber zu sprechen, dass es diese Männer (meistens Männer, mir ist nur eine Frau in einem solchen Wahn bekannt) gibt.

Denn wenn man das einmal getan hat, hat man in der Mailbox auf einmal ziemlich viele Nachrichten von Frauen (meistens Frauen, mir persönlich ist kein männliches Stalking-Opfer bekannt bisher), denen ähnliches passiert. Die angewidert sind und schweigen, um Ruhe zu haben. Die gedacht haben, sie hätten etwas FALSCH gemacht, seien im Internet zu offen gewesen. Die anonyme und nicht anonyme Mails kriegen, sich mit schlabberschmierigen Comments herumplagen, höflich verkrampft ein virtuelles Lächeln simulieren, “damit es nicht eskaliert”. Es sind so viele. So verdammt viele, die belästigt werden. 

So lange alle dezent schweigen, wird eine betroffene Frau nicht wissen, dass sie solche Mails und Comments sammeln muss, die IP besorgen. Dass sie nachschauen kann, aus welchem Ort und von welchem Provider ihr Belästiger online geht. Dass sie Strafanzeige erstatten kann und sollte, wenn sie über einen längeren Zeitraum konkret belästigt und beleidigt wird. Dass sie nicht alleine ist und nichts falsch gemacht hat und schon gar nicht “zu offen” war und sich gefälligst wieder dezent zusammenkauern und zur grauen Webmaus machen sollte, ganz im Gegenteil - man wird nicht belästigt, weil man schwach und falsch drauf ist, sondern im Gegenteil:

Stalker fühlen sich von starken Persönlichkeiten angezogen. Von Frauen, die ihnen so weit überlegen sind, dass sie ihnen Angst machen und angegriffen werden müssen.

Es ist zu spät, wenn man erst beginnt sich zu informieren, wenn der Druck unerträglich geworden ist.

Und auch wenn das Thema mir zum Hals raushängt und ich eigentlich verdammt viel Arbeit habe, schweigen wäre FALSCH.

# 06. November 2003 um 08:21 AM
trollzucht • 3x FeedbackE-MailDrucken





Mittwoch, 05. November 2003

Hinter jeder starken Frau

kriecht ein stalkendes stinkendes Arschloch her. Mindestens.

Lyssa: “Es macht mich wirklich wütend (allmählich wirkt auch der Griff zum Schwert nicht mehr beruhigend), daß irgendwo frustrierte und komplexbehaftete Männer sitzen, die sich hinter anonymen Mailaccounts verstecken und völlig ungehindert irgendwelche Frauen aufs Übelste beschimpfen können, ohne je mit Konsequenzen rechnen zu müssen.”

Klar müssen die mit Konsequenzen rechnen. Müssen und sollten. So wie diese Dame auch.

[Nachtrag 06-11-2003 um 20-07 Uhr]
Daniel hat eine Meinung - und einen Link zu einem weiteren seiner Einträge. Nicht verpassen.

# 05. November 2003 um 05:57 PM
trollzucht • 0x FeedbackE-MailDrucken





Donnerstag, 23. Oktober 2003

Stalking Status

Diese kleine Ausarbeitung hat sich als hilfreich erwiesen. Ein paar Tage lang ging es noch weiter (und ich finde es beängstigend, dass auch die falschen Wichtigtuer sich teils angesprochen fühlten, denn das zeigt, wie viele potenzielle Psychopathen unter uns weilen ...) und ich habe mich irgendwann mal entnervt aus den Mitgliederlisten vieler Foren und Communities wieder ausgetragen, weil “es” mir folgte und immerzu die Links in meinen Profilen anklickte.

Dann aber muss die Botschaft an sich allmählich durchgesickert sein. Die da lautet Nein, Nein & abermals Nein.
:-)

# 23. Oktober 2003 um 12:27 PM
trollzucht • 0x FeedbackE-MailDrucken





Sonntag, 21. September 2003

Anonyme E-Mails bzw. Mails über anonyme Remailer

»Anonymisierte« Mails, meist über Dienste im Ausland versendet, die eine Möglichkeit anbieten, absenderbefreite Nachrichten abzusondern, scheinen in letzter Zeit für viele User zum Problem zu werden, zumindest hörte ich von einigen Fällen und plage mich auch selbst mit einem verwirrten Liebeskranken.

Grundsätzlich zu anonymen Mails: Mir fällt nicht ein einziger Grund ein, warum man E-Mails von jemandem lesen oder empfangen sollte, der seinen Namen nicht dazuschreiben und eine normale Mail-Adresse benutzen kann, die Freemailer sind heutzutage unpersönlich genug. Aber anonymisierte Nachrichten kommen ja sowieso nie von Menschen, mit denen man zu tun haben will.

Allerdings scheint es, dass von den Belästigten nur selten jemand weiß, dass von echter Anonymität für den Versender keine Rede sein kann - und dass man sich sehr gut wehren kann. Wer sich bei einem solchen Service registriert, dessen IP und andere Daten werden ganz offensichtlich so säuberlich registriert wie in jeder anderen potenziellen Verbrecherkartei auch ;-) und jedem Nutzer wird eine User-ID zugeordnet. Diese »Mitgliedsnummer« wird mit jeder Mail versandt und ebenso enthält jede Nachricht einen Hinweis, bei wem man sich beschweren kann, wenn man sich belästigt fühlt.

Diese Daten stehen im HEADER der Mail. In diesem Beispiel (als TXT-Datei gespeichert) lautet die User-ID 1005 und in den Comments innerhalb des Header-Textes wird aufgeführt, an wen man sich wenden kann. Noch ein Beispiel als TXT-Datei.

Es genügt, dem Betreiber des Remailer-Dienstes eine kurze Mail zukommen zu lassen, in der darum gebeten wird, keine Mails über diesen Server mehr zu empfangen, weil es sich um eine langfristige und anhaltende Belästigung durch eine potenziell gefährliche Person handelt. Als Anlage eine Beispiel-Mail mit Header mitsenden, die Anbieter können meist eh kein Deutsch und werden schon deshalb wahrscheinlich vorsichtshalber das volle Programm fahren.

So kann man hoffen, dass die Daten des Absenders ziemlich lange beim »Anonymitätsdienst «gespeichert werden, wozu ja sonst kein Anlass wäre. Wenn er den Dienst und die Vorgehensweise wechseln sollte, wiederholt man die Prozedur - irgendwann gibt es dann vielleicht sehr viele akribisch protokollierte Daten über das Verhalten des Stalkers an verschiedenen sehr gut über Datensicherheit informierten Plätzen im Web.

Lustig daran ist, dass der Verfolgungswahn dieser Menschen dann wohl endlich einen Sinn macht. Alles andere ist lästig.

Natürlich kann man auch ganz pragmatisch bei der ersten Mail über einen Remailer einen Filter setzen, der diesen Absender vollautomatisch im Papierkorb versenkt.

# 21. September 2003 um 08:10 AM
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