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»Somebody said it takes about six weeks to get back to normal after you've had a baby. Somebody doesn't know that once you're a mother, normal is history.«
»There are times when parenthood seems nothing more than feeding the hand that bites you.« Peter de Vries
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Ach so.
Es muss nicht immer Spam sein, wenn man Mails mit Einladungen zu Swingerpartys bekommt oder Menschen sich plötzlich über das ach so angesagte Hobby »do it yourself SM für die selbstgefühlte Elite« austauschen möchten.
Manchmal hat man einfach nur einen Namensvetter, eine Namensvetterin und Pech mit deren Mailadressenwahl ... und dadurch Einblicke, die man nicht haben möchte.
Denn gibt es etwas Langweiligeres als Leute, die ihr Sexleben für ganz ausgesprochen originell halten und sich darüber im Rudel austauschen wollen? Ja: Leute, die ihr Sexleben für originell halten, sich darüber in festgetackerten Szenen rudelmäßig austauschen wollen und auch noch ausgerechnet »Spießer!« brüllen, wenn man der zelebrierten
Ritualisierung und Vereinsbildung im Intimleben nicht eilfertig applaudiert.
Nahezu beneidenswert. So ein simples Bild der Welt hätte ich auch gerne mal.
Vielleicht nächste Woche, Samstagnacht zwischen 2 Uhr 30 und 4 Uhr früh, da könnte ich das unterbringen.
Auf die Mails werde ich jetzt nach fünf vergeblichen Abbestellungsversuchen antworten, dass ich total gerne komme (haha hihi) und mich darüber freuen würde, wenn ich eigene Musik mitbringen dürfe, unser Schützenverein habe jetzt ein eigenes Label. Ob die anderen lieber Streuselkuchen oder Bienenstich mögen und dass ich einen tollen Latexreiniger gefunden hätte, mit dem man den ganzen Siff auch wieder aus den Klamotten kriegt.
Irgendwas sagt mir, dass engagierte Hausfrauentipps mich schneller von diesem Verteiler wieder runterkriegen als meine schlichte Bitte, die Verwechslung zu reparieren.
Scheuert den Magen
Den Start der neuen Woche möchte ich mit meinem tief empfundenen Dank an die Lifestyle-Journalisten und Populärwissenschaftler beginnen, die sich mit der Allergieforschung bei Kleinkindern beschäftigt haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass eine zu steril geschrubbte Umgebung das Gegenteil des Gewünschten bewirkt. Dreck ist gesund! Das wissen auch andere mit nicht keimfreier Kindheit.
Zwar würde mich auch noch bei Gelegenheit interessieren, wie diese Ergebnisse überhaupt zustande kommen: Fragt man da nach, wer es daheim nicht so arg mit der allgemeinen Reinlichkeit hat und testet deren Nachwuchs dann stichprobenartig? Da melden sich tatsächlich welche? Und sind die Ergebnisse dann zuverlässiger als die von
Familien, die selbstverständlich Stein und Nasenbein schwören, äußerst säuberliche Haushalte zu betreiben, obwohl man das nicht prüfen kann?
Sind nicht am Ende meistens sogar die Haushaltsvorstände am penibelsten, die stets neckisch verkünden, ja gar nicht so arg verbissen zu sein, ganz im Gegenteil sind sie locker, entspannt, lässig sogar - während sie sich mit Aufzählungen überbieten, dass sie “es” ja nicht so eng sehen würden, während parallel genauestens erklärt wird, wo die Ergebnisse tipptopp sein müssen (und zwar überall, wenn man bis zum Ende zuhört)? Unweigerlich gefolgt von Andeutungen, wer es denn nicht so lobenswert genau nimmt: ”... also ich könnte ja nicht ... aber das muss ja jeder selbst wissen ...” Auch die gemeine deutsche Heuchelkuh dürfte solche Umfrageergebnisse also wissentlich oder unwissentlich verfälschen.
Aber egal jetzt.
Denn amerikanische und andere Wissenschaftler haben bewiesen oder schreiben zumindest so häufig darüber, dass es zum Allgemeinwissen auf Goldenes-Blatt-Niveau zu gehören scheint: Allzu steril ist nicht bekömmlich, zu viel Reinigungsmittel sind gar nicht gut.
Trotzdem werde ich jetzt täglich den Flur feucht wischen. Obwohl es bestimmt nur ein Zufall war, dass das Baby plötzlich auf einem blitzsauberen runden Stück Parkett rumknubbelte, während sich außerhalb dieser Reichweite Wollmäuse und Flusen der hauchfeinen kleinen Sorte paarten, die man erst auf ca. 40cm Augenhöhe so richtig gut sieht.
Oder wenn sie an einer Stelle mittendrin fehlen.
Tut mir leid!
Rutschte mir entschuldigend heraus, als der DHL-Bote mir erzählte, dass er ein anderes Gebiet bekäme: In den letzten zwei Jahren habe das Volumen in diesem Stadtteil sich so erhöht, dass der Bezirk nun neu aufgeteilt würde.
Da musste er dann doch lachen.
Obwohl er so manches Mal nur noch dramatisch stöhnend ins dritte OG wuchtete, was ich online bestellt habe und auch schon mal vorwurfsvoll gefragt hat, ob wir eigentlich immer so viel Post hätten.
Dann fragte er etwas misstrauisch: »Sagen Sie mal, habe ich nicht genau diese zwei Pakete schon Anfang der Woche angeliefert?«
Diesbezüglich konnte ich ihn beruhigen. Auch wenn ich große dunkelhaarige Männer gern mal ins Schwitzen kommen sehe, so weit sind meine Künste der Alltagsbewältigung noch nicht gediehen, dass ich Zeitschlaufen werfen und skurril geformte Pakete zweimal schicken kann.
Es ist ganz einfach nur das zweite Türschutzgitter gewesen, diesmal in Begleitung von Schranksicherungen.
Doppelzoo
Zuerst sah es so aus, als würde das Türschutzgitter an der Küche einen doppelten Zweck erfüllen.
Irgendwann nahm der Kater aber allen Mut zusammen und sprang doch raus.
10 Jahre.
10 Jahre seit dem ersten Kuss, 7 Jahre seit unserem heimlichen Durchbrennen nach New York und der Hochzeit im Central Park unter den ausgebreiteten Armen der Statue von Alice im Wunderland. Zwei Jahre minus eine Woche, seit wir Ahnungslosen frohen Mutes in die Eigenheimdauerbaustelle gezogen sind, die uns noch ein Weilchen erhalten bleibt.
Die letzten 10 Monate und zwei Wochen allerdings waren so atemberaubend, neben dem Kinderkriegen verblassen tatsächlich erst mal alle anderen ‘Abenteuer’.
Sollten sie aber nicht unbedingt. Deswegen stelle ich jetzt doch noch mal das Flitterblog online. Für ein kurzes Weilchen nur, und weil ein alter Bekannter so lieb gefragt hat, ob ich das dieses Jahr etwa AUCH ausfallen lasse.
*
Das AUCH bezog sich aufs Geburtstagsfeiern. Er hat vor ein paar Wochen dazu diskret nicht nachgefragt, weil er angenommen hat, in meinem reifen Alter von 42 feiere man nicht mehr so gerne, doch mein Blog hat nur dezent geschwiegen, weil ich mit 48 Stunden Doppelfeier von Chilidog-Buffet bis Cocktailparty samt Übernachtungsgästen gut ausgelastet war und einen Geburtstagseintrag einfach verpennt habe.
Baustellen, die sich durch Stress, Schwangerschaft und frische Babys länger als erwartet hinziehen, haben auch gute Seiten: Sie taugen wunderbar für rustikale Partys.
