Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Donnerstag, 30. November 2006

Living next door to Lea

Nachdem sie zweimal spontan anklingelte, um eine heiße Zitrone mit mir zu trinken, als ich gerade keine Zeit hatte, haben wir beschlossen, doch besser Termine auszumachen und uns in aller Ruhe zu treffen. Zuerst hatte ich erklärt, dass ich noch bis mindestens 18 Uhr arbeiten muss, aber dann klingelte sie von 16 Uhr bis 18 Uhr alle paar Minuten. Nicht, weil sie die Uhr nicht lesen konnte, sondern um sicher zu gehen, dass ihre auch richtig ging. Jetzt machen wir eine feste Zeit an einem bestimmten Tag ab und sie kommt erst dann vorbei. Das klappt gut.

Wir spielen dann Kakerlakenpoker und mit den Katzen, sie isst mit uns, erzählt von der Schule und von den Popstars und Karaoke und von ihrem Bruder, der für einen 4-jährigen angenehm verschroben ist. Lea ist blond, wuschelig, extrem aufgeweckt und clever, betrügt beim Poker und macht sich in Windeseile eigene Regeln bei Bohnanza. Neulich wollte sie erzählen, dass man in der Schule über V. lästern würde: »Die anderen lachen über V. und alle finden sie total eingebildet!« Ich kenne V. gut, sie ist hoch gewachsen für ihre 10 Jahre und so schön, dass man ihren Anblick immer erst ein paar Minuten mit einem kleinen Kind zusammensortieren muss. In der alten Wohnung war nämlich V. unsere Nachbarin, so wie Lea jetzt. Auf die nochmals wiederholte Mitteilung, dass ‘alle anderen’ über V. lästern würden, meinte ich: »Das liegt daran, dass V. interessant ist. Niemand lästert über langweilige Menschen, man muss schon Interesse erwecken, um Lästerfeinde zu haben.« Lea schob daraufhin den strohblonden Stirnvorhang von links nach rechts und musste erst mal denken.

Auf ihre Geburtstagsparty hat sie V. nicht eingeladen. Leider sind die Wände in diesem Haus so dick, dass wir tatsächlich die Wohnungstüre öffnen mussten, um beim Singstar-Karaoke ein bisschen zuzuhören. Wobei, das ist gelogen: Wir haben nicht nur reingehört, sondern uns stundenlang vor Lachen fast auf dem Flurboden gewälzt, als ein Dutzend kleine Mädchen im Chor brüllte »Mach mir doch kein’n Knutschfleck, der Knutschfleck bleibt und duuuuuu bist WEG!« Auch sehr schön: Der fünfzehnfache Weg durch den Monsun. Faszinierend sind Glucks- und Kichergeräusche, die sicher auch gut Nerven kosten können, wenn man sie täglich stundenlang hört. Wie Leas Eltern diese Pyjamaparty mit den vielen jungen Damen und dem mitwirkenden Bruder verkrafteten, wissen wir nicht. Für uns war es ja einfach, Tür wieder zu und Geräuschpegel aus.

Welche von Leas Freundinnen besonders klein und zierlich ist, konnte man am nächsten Tag sehr schön daran erkennen, wie laut der kleine Bruder seinen Abschiedsgruß brüllte: Je hübscher und zarter das Fräulein, desto deftiger das »Tschüühüüüüs!« nämlich. Man petzte uns auch bereits, dass Hagen sehr viel von seiner freien Zeit vor dem Spiegel verbringt. Die Stirntolle sitzt aber auch wirklich gut, das muss ich ihm lassen. Wenn Lea bei uns ist, kommt er manchmal zu Kontrollgängen vorbei – er möchte wissen, was sie macht, dann geht er wieder. Vorher kollert er noch über den Flur, während Kenzo wachsam zuguckt und so tut, als wäre er ein kleiner Junge, den ein Kater besucht.

# 30. November 2006 um 07:02 PM
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Mittwoch, 29. November 2006

Bill Kaulitz ohne Höschen

Ich versuch’s jetzt mal mit einem direkten Vergleich.

*
Editiert am 13.12.2006

Liebe Bill-Kaulitz-Fans,
Google schwemmt euch hierher, obwohl ich nur einen Scherz über Höschen gemacht habe, als Britney so dumm war, ohne aufzutreten. Das geht auch wieder vorbei, bis dahin könnt Ihr euch (Achtung Werbung) ja mal den Maxfield MAX-SIN TOUCH Tragbarer MP3-Player “Tokio Hotel Edition” in schwarz mit 1 Gigabyte Speicher anschauen. Da passen alle die vielen, vielen Versionen von Schrei drauf.

Und Poster von Tokio Hotel - Bill in Action gibt es bei Amazon.de auch.

(Werbung Ende.)

# 29. November 2006 um 07:16 PM
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Montag, 27. November 2006

Moving Target not proudly presents ...

Zumindest vorübergehend Platz 1 auf der Google-Suche nach »Britney Spears Vagina«.

Hat sie sich dort liften lassen, ist sie ohne Hose gesichtet worden oder was soll das hobbygynäkologische Interesse? Vielleicht weiß es ja jemand und ich muss nicht danach suchen, um die ungesunde Neugier zu entsorgen.

# 27. November 2006 um 09:44 PM
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Lern-, Lach- und Sachgeschichten (nicht hier)

Wenn Wachstum bedeutet, dass man nicht mehr die Dinge tun kann, die man am liebsten tut, kann man jederzeit auch anders entscheiden.

Hat beim Blog ja auch geklappt.

Es hat mich tatsächlich bis gestern gekostet, die zweieinhalb Krankheitswochen aufzuholen, so dass ich insgesamt vier Chaoswochen zähl(t)e. Allerdings muss ich die Ansage verneinen, dass ich als Angestellte entspannter hätte ‘krankfeiern’ können. Meine so genannten Angestelltenjobs waren nicht so, ich bin ‘damals’ sogar im Krankenhaus am Tropf noch von Chef und Abteilungströte belästigt worden, wenn sie mit einem der prähistorischen Computerjobs nicht klarkamen und der verkalkte Sekretariatsdrachen vom letzten Job rief während mörderischer Grippe trotzdem bis zu zwanzigmal am Tag an, wenn oder weil ihr die Pausenhofaufsicht fehlte. So nah an unentbehrlich möchte man sich wirklich nicht fühlen.

Diese Lebensphase gefällt mir besser.

# 27. November 2006 um 12:08 PM
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Montag, 20. November 2006

Schützenswert-Stöckchen.

Stöckchen von Karin: Welches vom Aussterben bedrohte Wort ist für mich schützenswert?

Rückgrat. Wird zu oft durch ‘Rückrat’ ersetzt - ich kann das einfach nicht mehr hören und möchte es wirklich nicht lesen.

(Mitnehmen darf sich den Stecken jede, die mag.)

# 20. November 2006 um 12:30 PM
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