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« Second Life: Das Buch zum zweiten Leben | » Arts & Letters Daily

Wir müssen über Kevin reden

Schon lange hat micht kein Buch mehr so gefesselt wie “Wir müssen über Kevin reden” von Lionel Shriver. Ein Buch, dessen Lektüre verstört. Wer Sensationsgier oder klischeehafte Betroffenheitsliteratur erwartet, wird enttäuscht. Wer aber schon lange argwöhnt, dass die Fassaden, die wir zum Erhalt unserer eigenen Familienidylle errichtet haben, in Wahrheit so brüchig sind wie die Idylle selbst, wird dieses Buch begierig in sich aufsaugen.

Das Verstörende daran ist die Erkenntnis, dass niemand von uns einfach nur gut oder nur böse ist. Lionel Shriver legt das Alter Ego bloß, das jeder von uns in sich trägt. Und wie sie das literarisch tut, finde ich außerordentlich gelungen.
Nicht alle Rezensenten sind dieser Meinung. Ja, es gibt Passagen, die quälend lang erscheinen, aber schließlich geht es auch um die quälenden Fragen einer Mutter nach Verantwortung, Schuld und Liebe. Eine andere Rezensentin ist offenbar über die quälenden Passagen nicht herausgekommen, sonst hätte ihr nicht entgehen können, dass es keinen Ex gibt und keine Eltern mehr, die sich gegenseitig Fragen stellen können.
Wer sich aber darauf einlässt, der Protagonistin Eva zu folgen, wird mit einer Spannung belohnt, die sich vor keinem Krimi verstecken muss.
Dem Fazit einer weiteren Rezension kann ich daher nur zustimmen: “Wir müssen über Kevin reden” ist nicht nur der Titel dieses gewagten Romans, es ist der Satz, den man so schnell wie möglich zu jemandem sagen möchte, der dieses Buch auch gelesen hat.

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