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Operationen an offenen Herzen

Die Chronistin bloggt über den Bachmannpreis, ich suche mir den Sender raus und gleich der erste Protagonist, über den vorgelesen wird, heißt Leander und ich möchte sofort wieder abschalten und mir ein Buch suchen, in dem die Leute Peter heißen und Jürgen und sich nicht so in ihrer eigenen Existenz wälzen, bis selbst Vorlesen darüber im gar nicht positiven Sinne schmerzhaft ist.

Texte, in denen Männer Leander heißen, wird garantiert jemand gut finden. Die Dame hätte ich also schon mal voll verpasst und jetzt zerpflückt jemand das schichtweise errichtete Atemlose und das brünette Mädel raucht nervös. Guck ich da jetzt weiter zu?

Wenn ich groß bin, möchte ich den Menschen heiraten, der als Dekoration für diese Vorleserei übergroße Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Bretter ausgewählt hat. Großartig.

  melody am 23.06.2005 | » Unterhaltung | (0) Trackbacks
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Kommentare:

 

“Judith Herrmann und die Folgen - ich kann nur warnen” (Blogredaktion bricht wiehernd zusammen und nimmt sich ein Stündchen frei)

Melody am 06/23 um 09:21 AM
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Ich warte ja auf die Bloglesungen, in denen die Frauen Melody heißen *duckt sich und rennt weg*

Thomas J. am 06/23 um 10:22 AM
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Eigenartig, ich fand den Text ziemlich stark. Ich hab da durchaus eine Art Zwischenironie herausgehört, wie ein bisschen eine Gratwanderung zwischen dem natürlichen Schwülst der Jugend und der grassierenden altklugen Art, weil man ja heutzutage schon viel zu früh viel zu viel gesehen & vielleicht auch reflektiert hat.

Aber möglicherweise ist das ja ähnlich wie beim Songschreiben mit Dorian - da höre ich immer wieder “Das musst Du anders ausdrücken, diese Art von Ironie versteht in Deutschland kein Mensch”. Was, wenn es denn so wäre, bedeuten würde, dass ich mir die Ironie selbst hineinprojeziert habe, weil die Autorin ja Deutsche ist.

[Ich sollte mehr als 5 Stunden schlafen, dann schreibe ich weniger komplizierte Sätze]

Chronistin am 06/23 um 10:37 AM
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Ich hab den Text gar nicht gehört, falls das nicht ausdrücklich rüberkam. Das bedaure ich aber auch nicht wirklich - für dich ist das alles bestimmt viel interessanter und weit weniger skurril, ich hab ja nur mal vorübergehend ein Ohr reingehängt. 

Thomas: Untersteh dich :-) oder meinst du, ich soll vorlesen? Texte kannst du natürlich benamsen, wie du willst *g*

Melody am 06/23 um 10:40 AM
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och, schade. hätte hier gerne noch ein stückchen weiterdiskutiert. ;)

Chronistin am 06/23 um 02:57 PM
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Dafür hab ich zu spät eingeschaltet :-) und dann war die Übertragung im deutschen Fernsehen auch schon zu Ende, glaube ich. Aber geht das nicht über mehrere Tage?

Melody am 06/23 um 03:00 PM
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ja klar, morgen wieder. in aller frühe um neun.

Chronistin am 06/23 um 03:42 PM
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Neenee, Bloggen und Lesen geht nicht (bin ich immer noch überzeugt). Bei der Rührigkeit mancher tät mich allerdings nicht wundern, wenn selbst bei Bachmannlesungen jemand auftaucht und seine Blog-Texte vorträgt.

Thomas J. am 06/23 um 07:28 PM
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Neenee, Bloggen und Lesen geht nicht (bin ich immer noch überzeugt). Bei der Rührigkeit mancher tät mich allerdings nicht wundern, wenn selbst bei Bachmannlesungen jemand auftaucht und seine Blog-Texte vorträgt.

Thomas J. am 06/23 um 07:29 PM
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Stereo macht doppeltfroh, weiß nicht warum. Sorry, Löschenüben ;-)

Thomas J. am 06/23 um 07:30 PM
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Tja, dummerweise gehen Blogtexte in Klagenfurt gar nicht, weil “unveröffentlicht” eine absolute Bedingung für eingereichte Texte darstellt. (Siehe auch den sogenannten Skandal des Jahres, den lustigerweise Melody heute schon bei mir in den Kommentaren hinterlassen hat.)

Bloggen und Lesen dagegen geht sehr gut, selber habe ich schon bei zwei Lesungen fast ausschließlich aus meinem Blog gelesen. Die Bühnenatmosphäre bekommt dem flüchtigen, in sich abgeschlossenen Gefühl eines Blog-Texts erstaunlich gut. (Vermutlich nur solange man nicht versucht, Links vorzulesen…)

Chronistin am 06/23 um 07:43 PM
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dazu möchte ich zu bedenken geben, dass in 15 jahren oder mehr ganz viele männer leander heißen werden - fast so viele, wie heute jürgen oder peter oder thomas. nicht ganz so viele, wie klaus. vielleicht gibts dann auch mehr petunien und melodys/ies ...
der beste weg also, um einen modernen klassiker zu schreiben.

petunie am 06/23 um 07:49 PM
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Thomas: ich erinnere mich noch gut an das unschöne Gezeter, das in deinen Comments losbrach, als du diese These das letzte Mal aufstelltest :-) manche Menschen haben wohl nur im Rudel eine Stimme/ein Gesicht. Komisch, es gibt dann immer gleich humorfreie Verklumpungen vor Ort, wenn einem von ihnen eine Meinung nicht gefällt.

Meine Meinung dazu: Ich finde, Bloggen und Lesen kann man so wenig grundsätzlich trennen wie Bloggen und SChreiben, obwohl man wahrscheinlich sehr viel daran herumdiskutieren kann, ab wann welcher Text für welche Zusammenhänge geeignet ist und auch noch Spaß macht, unabhängig von der Eignung. Erst mal ist ein Blog nur ein Tool, und wenn der Text nicht allzu hypervertextet ist: Lesen kann man alles. Chronistin glaube ich ohne weiteres, dass ihre Texte wunderbar geeignet sind. Ob das dann für dich ein Genuss ist oder für alle oder nur für Leute, die ihre Welt durch den Browser erleben und deswegen nicht umdenken müssen, darüber kann man bestimmt vortrefflich streiten *g*


Chronistin/Andrea: Ich werd mal schauen, ob ich Zeit finde, es nebenbei laufen zu lassen, aber da ich es gar nicht gut aushalten kann, wenn etwas so seirig betulich runtergeleiert vorgelesen und dann auch noch von lauter merkwürdigen Menschen sofort kaputtanalysiert wird, weiß ich nicht, ob ich es lange aushalte. Kurz und gut, wäre nur Geschriebenes unterwegs ohne die Stimmen und Gesichter und fühlbare Eitelkeit und dräuender Ehrgeiz nach Weltruhm, kämen die Inhalte dichter an mich heran.

Petunie/Ina: Es gibt schon einen Liebesgeschichten-Klassiker mit einer Person namens Leander :-) einen modernen dazu braucht man wahrscheinlich nicht. Googelguckstu “Hero und Leander” und singst dazu das Lied von den 2 Königskindern. (Nagut, Singen ist optional *g*)

Melody am 06/24 um 05:54 AM
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