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Wer zuletzt lacht, lebt noch - Ein Berlin-Krimi von Petra A. Bauer

„Wer kann töten Mann und malen lustige Gesicht in Blutt?“
Das fragt sich nicht nur die Putzfrau, die die Leiche des Schauspielers Christoph Bruckner fand und den Smiley entdeckte, den der Mörder in die Blutlache geschmiert hatte.
Auch der liebenswert-frechen Kommissarin Robina Bernhardt und ihrem neu zugeteilten Partner Holger Schultze-Diepersdorf, gibt der Fall Rätsel auf. Die Ermittlungen führen mit einem Filmteam quer durch den Ostteil Berlins und fördern so manche Überraschung zutage – so auch eine zweite Smiley-Leiche …

Leseprobe:

Robina umrundete die Absperrung. Nun konnte sie das Gesicht des Toten erkennen -und wollte nicht glauben, was sie da sah.
„Ist der Tote… ist er schon identifiziert worden?“, fragte sie einen Kollegen von der Spurensicherung.
„Kennen Sie den nicht? Das ist doch dieser Schauspieler. Christoph Bruckner.“
„Klar kenne ich den. Ich habe nur gehofft, ich hätte mich geirrt.“ Desillusioniert schlurfte sie zu Schultze-Diepersdorf zurück, der noch immer um Fassung rang.
„Das war mein Lieblingsschauspieler“, sagte sie. „Christoph Bruckner.“
Schultze-Diepersdorf schien nur mäßig beeindruckt: „Ach, der. Hat der nicht in Förster ohne Revier mitgespielt?“
Robina grunzte: „So was würde ich mir nie im Leben ansehen! Nein, er hat zum Beispiel Gelernt ist gelernt gemacht. Auch den einen oder anderen Tatort. Und dann hatte er eine größere Rolle in dieser Serie - wie hieß die gleich? Ach, ja: Spreepolizei. Schauen Sie sich ihn halt an. Aber latschen Sie die Spuren nicht kaputt.“

Robina seufzte. Sie hatte Bruckner nicht nur als Schauspieler geschätzt, sie hatte ihn auch persönlich gekannt. Oder zumindest so etwas in der Art von „persönlich“. Bruckner hatte sie vor Jahren versehentlich auf der Friedrichstraße umgerannt, sich hinterher zig Mal erkundigt, ob ihr auch nichts passiert sei und sie dann kurz entschlossen ins Kulturkaufhaus Dussmann auf einen Kaffee eingeladen. Dort hatte er ihr ein ganz entzückendes Autogramm geschrieben. Sie hatte ihn sogar noch einmal bei der Preview eines Kinofilms getroffen, und er hatte sich tatsächlich an sie erinnert. Und nun lag er aufgespießt vor ihr.

Zögernd ging Schultze-Diepersdorf ebenfalls um die Absperrung herum, riskierte eine Zehntelsekunde lang einen Blick auf Bruckner und trat den Rückzug an.
Wieso haben sie die Pfeife ausgerechnet mir zugeteilt, dachte Robina. Seufzend wandte sie sich einem Polizeibeamten zu: „Wer hat den Toten eigentlich gefunden?“
„Eine der Putzfrauen. Sie sitzt da vorne.“
„Ich gehe gleich zu ihr. Weiß man schon, was dieser Smiley zu bedeuten hat?“
„Mit Verlaub, ich denke, das ist Ihr Job“, sagte der Polizist bestimmt, aber freundlich.
„Es hätte ja nur sein können, dass jemand eine Idee dazu hatte. Oder etwas gefunden hat, das uns weiterhilft. Ich brauche Infos.“ Robina riss die Hände in einer dramatischen Geste in die Luft. „Cretino!“, grunzte sie und hoffte, dass der Beamte kein Italienisch verstand.

Die Spurensicherung hatte auch keine Vorstellung davon, was es mit dem Smiley auf sich haben könnte, also schnappte Robina sich Schultze-Diepersdorf und ging durch die Stellwände der Peuker-Ausstellung hindurch auf die Kirchenbank zu, auf der die Putzfrau saß.

„Guten Tag, mein Name ist Robina Bernhardt von der Mordkommission.“ Mit einem möglichst gewinnenden Lächeln hielt sie der verstörten Putzfrau ihren roten Dienstausweis vor die Nase. „Das ist mein Kollege Schultze. Wir haben ein paar Fragen an Sie.“
„Schultze-Diepersdorf.“
„Bitte?“ Robina drehte sich irritiert zu ihm um.
„Mein Name ist Schultze-Diepersdorf. So viel Zeit muss sein. Vor allem, wenn wir jemanden verhören.“
Als wäre ihm klar geworden, dass er sich zu weit vorgewagt hatte, rückte er die Brille mehrmals auf seiner Nase hin und her.
„Jetzt hören Sie mir mal zu, Schultze.“ Robina dehnte den Namen und baute sich vor ihm auf, was für unbeteiligte Beobachter lustig aussehen musste, weil sie kleiner war als er. „Wir verhören hier niemanden, wir befragen. Und ich lass mich im Dienst von niemandem belehren, ist das klar?“ Robinas Geduld war am Ende. Und das, wo sie noch nicht einmal seit einer Stunde einen Fall gemeinsam bearbeiteten. Das konnte ja heiter werden, dachte sie und wandte sich wieder der Putzfrau zu.

„Also, Sie haben den Toten gefunden. Wann war das?“
„Muss gewese sein kurz nach finf. Schicht fängt an um finf Uhr finfzehn, aber ich hab Schlissel, bin immer frieher da.“
„Ist Ihnen etwas Ungewöhnliches aufgefallen?“
„Tier war offen. Nicht abgeslossen. Das war noch nie. Bin rein, hab gerufen Hallo, aber kein Antwort. Dann ich Licht anmachen und sehen Mann auf Gitter. Ieberall Blutt!“ Die Frau schlug die Hände vor das Gesicht, und Robina legte ihr die Hand auf die Schulter. „Beruhigen Sie sich. Das wäre für jeden ein Schreck.“
„Ja, Schreck, große Schreck! Und wer kann töten Mann und malen lustige Gesicht in Blutt?“
„Das wüssten wir auch gerne.“ Robina streichelte noch einmal über die Schulter der Frau und blickte missmutig auf Schultze-Diepersdorf, der wie eine Salzsäule neben ihr stand.
„Für welche Firma putzen Sie doch gleich?“ Robina war sich nicht sicher, ob sie die Frage schon gestellt hatte.
„Firma heißt Sauberwisch. Ulkige Name aber nette Chef. Wir sind zu dritt hier in Kirche, aber andere beide Fraue krank. Komme morgen wieder oder iebermorgen. Muss ich schaffen Arbeit allein bis dahin.“
„Geht das denn?“
„Ist viel, dauert lange, aber ist in Ordnung.“
„Wissen Sie, wer noch einen Schlüssel für diese Tür hat?“ Robina deutete den Gang hinunter zum Eingang.
„Nein, weiß niech. Ich habbe Schlissel von Chef. Chef sehr nett. Weiß, dass ich gut umgehe mit Schlissel.“
„Danke. Mein Kollege wird noch Ihre Personalien aufnehmen. Damit wir uns bei Ihnen melden können, wenn wir noch eine Frage haben. Und falls Ihnen noch etwas einfallen sollte, rufen Sie mich an.“ Sie reichte der Frau ihre Karte. „Auch wenn es Ihnen nicht wichtig vorkommt“, setzte sie hinzu.

Sie ließ die beiden stehen, ging zurück zum Tatort und hockte sich vor die Blutlache, neben der sie der Smiley angrinste. Was willst du uns sagen? murmelte sie leise. Was geht in einem Menschen vor, der einen Mann umbringt und dann ein Grinsegesicht ins Blut malt? Das ist doch völlig krank. Peng, du bist tot, haha.
~~~

Langeweile kennt sie nicht, die Autorin Petra A. Bauer aus Berlin. Die quirlige Blondine, die als writingwoman.de durchs Netz geistert, findet auch neben der Aufzucht ihrer vier Kinder noch genügend Zeit zum Schreiben.
War sie anfangs vor allem mit Familienthemen und Kindergeschichten in Magazinen und im Hörfunk vertreten, bildete 2004 „Mama im Job“, ein Ratgeber für berufstätige Mütter, den Auftakt zu ihrer Autorenkarriere. Kinder und Jugendbücher für Coppenrath und Langenscheidt folgten, aber auch das genügte ihr noch nicht. Zur diesjährigen Leipziger Buchmesse erschien ihr Berlin-Krimi „Wer zuletzt lacht, lebt noch“ um die Ermittlerin Robina Bernhardt, die es mit einem seltsamen Killer zu tun bekommt: Nach der Tat zeichnet er Smileys in die Blutlachen seiner Opfer.
Der Mitteldeutsche Verlag (mdv) startet damit die Krimireihe „Tatort Ost“.


www.writingwoman.de
www.wer-zuletzt-lacht-lebt-noch.de
www.mitteldeutscherverlag.de

  Petra A. Bauer | 30.03.2006 | » Lesestoff | (0) TBs | Feedback (0)

Stanislaw Lem ist tot.

Danke für die Robotermärchen, die Sterntagebücher, Solaris, die Mondnacht und viele mehr ... und einen guten Flug.

  melody | 27.03.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (0)

Rezension Networking-Buch

Ina Baumbach hat das Buch »Erfolgreich im Cyberspace rezensiert, an dem ich auch mitgeschrieben habe. Danke!

  melody | 27.03.2006 | » Lesestoff | (0) TBs | Feedback (0)

Blooks: Books from Blogs

Blooks sind die neueste ‘Sorte’ Buch (eine Printing on Demand Idee), andernorts gibt es bereits die ersten Awards.

  melody | 23.03.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (0)

Mitschreiben im Buchblogger

Aufmerksame Leser haben es gemerkt: Ein paar Einträge weiter unten hat Ines sich zum ersten Mal am Buchblogger beteiligt, was mich sehr freut.

  melody | 22.03.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (0)

Untergegangene Wörter

Kleines Lexikon untergegangener Wörter, auf dem Cover steht »Tändelwoche«, sehr verlockend irgendwie.

  melody | 22.03.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (0)

Zwischen Gott und der See

Aus persönlichen (und durchaus nicht unerfreulichen) Gründen beschäftige ich mich in diesem Jahr mit der Mercatorprojektion. Mit Schwung habe ich mich daher auch auf die Lektüre von Vermeulens Roman über das Leben des Kosmografen Gerhard Mercator gestürzt: Zwischen Gott und der See. Über das Leben und Werk des Gerhard Mercator.

Mercator ist zweifellos eine faszinierende Persönlichkeit. Er lebte in einer Epoche des Umbruchs, der Protestantismus begann gerade zaghaft, in Europa Fuß zu fassen. Erstaunlicherweise fuhr Mercator, der so Bahnbrechendes für die Seefahrt geleistet hat, nie selbst zur See.
Auf jeden Fall bietet sein Leben beste Voraussetzungen für eine lesenswerte Biografie. Dennoch stellt sich das rechte Lesevergnügen nicht ein. Spannend ist das Buch, was die Fakten betrifft. Die erfundene Handlung rund um Mercators Familie wirkt leider viel zu konstruiert und lässt das 16. Jahrhundert nicht wirklich lebendig werden.

ZEIT-Literatur-Sonderbeilage zur Leipziger Buchmesse 2006

Neue Bücher auf 80 Seiten: Zur Leipziger Buchmesse (16. bis 19. März 2006) erscheint eine 80-seitige ZEIT-Literatur-Beilage. Sie liegt der Ausgabe der ZEIT Nr. 12 vom 16. März 2006 bei und ist in gut sortierten Buchhandlungen zu einer Schutzgebühr von Euro 1,60 erhältlich.
Quelle: http://presse.zeit.de

  melody | 13.03.2006 | » Lesestoff | (0) TBs | Feedback (0)

Seite 1 von 1 Seiten insgesamt:

Frauen und andere KatzenFrauen und andere Katzen.

Kurzgeschichten, Märchen und erotische Erzählungen.

Taschenbuch mit Geschichten, die auf katzenfrau.de veröffentlicht wurden. (6,60 Euro - 104 Seiten, erschienen im Juni 2000, online bestellen)

 

Frisch im Blog:

Er sagt ....
Wheels of Fortune
Wirtschaftlicher Totalschaden
Danke.

 

Notizgeblogged:

 


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