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Love has a way to find ya

In den Comments zu diesem Eintrag hat Dorothea Sutor eine ganze Geschichte eingetragen. Die hole ich jetzt mal aus der Kommentarfunktion, denn es wäre definitiv zu schade, wenn sie niemand findet.

„Er liebt mich, sie liebt mich nicht, er liebt mich nicht, sie liebt mich…”
(Love has a way to find ya)

„Wenn sie doch nur wüsste“, seufzte er, „wie sehr ich sie liebe!“

Mit hängendem Kopf und gesenkten Schultern schlurfte Tobi die übliche ewig lange, nicht zu enden scheinende Tulpenbachstraße entlang. Es war heiß, es war langweilig, es war wie immer. Alles voll sinnlos. Und alles voll für´n Arsch. „Gestern“, jammerte er, „gestern hätte ich es ihr sagen sollen. Ich hätte einfach ihre Hand nehmen und ihr sagen sollen: Ich liebe dich! Aber dann musste sie ja wieder gehen, genau eine Sekunde zu früh. Ich wollte gerade den Mund aufmachen, da sagte sie, sie müsse noch die Blumen bei ihrer Nachbarin gießen. Als hätte sie geahnt, ich wolle ihr eine Liebeserklärung machen. Als wollte sie es bloß nicht hören. Weil sie mich total bescheuert findet und es ihr nur peinlich wäre, von so einem Jungen wie mir geliebt zu werden. Bestimmt. Bestimmt ahnt sie schon lange, dass ich verknallt in sie bin. Ich habe mich ja schon oft genug total dumm angestellt und wurde dabei knallrot. Klar musste sie was gemerkt haben. Und sicher war es ihr total unangenehm, das zu merken. Und dabei würden wir so gut zusammenpassen. Und ich finde, sie hat das schönste Lächeln, dass ein Mädchen nur haben kann, und die süßesten Augen, in die ein Junge nur hineinschauen könnte. Immer wenn ich sie sehe, klopft mein Herz wie verrückt und ich würde sie am liebsten sofort in den Arm nehmen und abknutschen. Sie guckt immer so schüchtern, wenn sie mich sieht. Da dreh ich jedes Mal fast hohl. Als wüsste sie, dass ich gerade das so an ihr liebe. Wie wenn man sie beschützen müsste steht sie da, so unschuldig und zerbrechlich. Und doch weiß sie immer ganz genau, was sie will, und mutig ist sie auch. Sie wäre wirklich wie gebacken für mich. Und ist doch so schwer zu haben. Fast hoffnungslos. Wie ein wunderschöner Schmetterling, der immer wieder davon flattert, will man ihn mit der Hand einfangen. Vielleicht sollte ich es einfach mal mit einem Netz versuchen. Aber mit Gewalt geht ja bekanntlich bei Mädchen gar nichts, und ich würde sie niemals zu irgendetwas drängen, oder zwingen. Ich würde ihr niemals wehtun. Dafür liebe ich sie einfach viel zu sehr. Aber sie, sie weiß es nicht. Und wie soll ich es ihr jemals sagen, wenn ich dabei immer schier einen Herzinfarkt bekomme und mir jedes Mal die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt fehlen?“ Tobi kickte wütend einen kleinen Stein zur Seite und torkelte lustlos weiter. Immer die Tulpenbachstraße entlang. Und immer ohne bestimmtes Ziel. Ihm war zum Schreien zu Mute. Verliebt sein war schrecklich. Nervig. Qualvoll. Belastend. Unfair. Ungerecht. Hoffnungslos. Herzzerreißend. Er seufzte wieder.

Zur selben Zeit lief ein Mädchen die Seifenbachstraße entlang und schüttelte immer wieder unzufrieden den Kopf. „Man, man, man“, brummte sie und schränkte die Arme zusammen. Sie grübelte und grübelte über irgendetwas nach, das sehr kompliziert sein musste. Sie marschierte die Seifenbachstraße entlang. Es war heiß, es war langweilig, es war wie immer. Alles voll sinnlos. Und alles voll für´n Arsch. „Gestern“, seufzte sie, „gestern hätte ich es ihm beinahe gesagt. Um zwei Haare, oder vielleicht auch nur um eins. Haarscharf halt. Aber dann verließ mich wie immer der Mut. Sein Blick… ich konnte es nicht. Meine Ausreden waren auch schon mal besser gewesen. Blumengießen! Es war brüllende Mittagshitze gewesen, da gießt kein Mensch seine Blumen. Und schon gar nicht die von seiner Nachbarin. Aber gut, er hat es mir abgekauft und ich war froh darüber. Ich bin echt zu dumm für diese Welt. Statt ihm einfach zu sagen, was ich für ihn empfinde, renne ich jedes Mal davon. Er ist so lieb. Seine Haare sind die schönsten Haare, die ich mir bei einem Jungen nur vorstellen kann und seine Hände sind immer so warm und sauber, wenn sie meine durch Zufall mal berühren. Jedes Mal pocht mein Herz wie wild. Ich habe beinahe Angst, er könnte es hören. Scheint er aber zum Glück nicht zu tun. Er würde sicher nicht damit klarkommen, wenn ich ihm sagen würde, dass ich mehr für ihn empfinde. Ich bin sicher gar nicht sein Typ.
Er wirkt immer so temperamentvoll, so wild und stark, wie ein Tiger, der aber, wenn er will, auch auf weichen Samtpfoten gehen kann. Aber meistens ist er einfach wie ein glitschiger Fisch, der einem sofort aus der Hand rutscht, wenn man ihn einfangen will. Ich sollte es vielleicht echt mal mit einem Fangnetz probieren. Ach, aber würde ich ihm Druck machen, würde er doch sofort die Flucht ergreifen! Man muss ja immer aufpassen, was man sagt, sonst fühlen sich Jungs gleich überrumpelt und eingeengt. Ich halte das bald nicht mehr aus! Wenn er nur wüsste, wie sehr ich ihn liebe! Dass ich nur noch an ihn denken kann und dass er der Junge ist, den ich nachts in meinen Träumen male. Aber er, er weiß das alles nicht. Und wenn er mich weiterhin so unschuldig mit seinen großen Augen anschaut, wenn ich mich ihm offenbaren will, dann wird das nie was! Nie, niemals!“ Tinka stampfte einmal wütend mit dem Fuß auf und schnaubte erschüttert. Verzweifelt trottete sie weiter. Immer die Seifenbachstraße entlang. Und immer ohne bestimmtes Ziel. Ihr war zum Heulen zu Mute. Verliebt sein war schrecklich. Nervig. Qualvoll. Belastend. Unfair. Ungerecht. Hoffnungslos. Herzzerreißend. Sie seufzte erneut.

Da kam die Kurve, in der sich die Tulpenbachstraße und die Seifenbachstraße kreuzten. Es war einer der Momente, in dem es nirgendwo Menschen gab, die herglotzten, oder sich darum scherten, was man tat. Wie Passanten in einem Film, die bewusst wegschauten. Die Kamera war sozusagen nur auf diese eine Kreuzung gerichtet, die da so unschuldig weilte. Völlig harmlos und nichtsahnend. Total unfair irgendwie. Tobi setzte den ersten Schritt um die Kurve, Tinka den zweiten. „Wenn ich doch nur…“, stammelte er. „Ich könnte doch einfach…“, murmelte Tinka. Beide waren total in Gedanken versunken und total blind. Es machte ein plötzliches, lautes BammBumBim als die beiden aufeinander stießen und zu Boden taumelten. Sofort waren alle vorherigen Gedanken der beiden wie weggestrichen. Sie sahen sich furchterregend und schockiert an, als würden sie beide in die Augen eines grässlichen Monsters blicken. Knallrot. Knallrot wurde Tobi. Knallrot wurde Tinka. Knallröter als eine knallrote Tomate. Die hatten doch nen Knall! Nen knallroten!
Hastig versuchte Tobi aufzustehen und dabei Tinka seine Hilfe anzubieten. „Ich, ähm…“, stotterte er verunsichert, wie ein Fisch, der noch zu viel Wasser im Mund hatte. Konnte man sich kaum mitanhören. Die Kreuzung kicherte sich bestimmt schon ins Fäustchen. Was die schon alles mit ansehen haben musste. Tinka ergriff schüchtern Tobis Hand. Sie war warm. Sauber und warm. Tinka lächelte scheu. Ihr Lächeln war das schönste Lächeln, das ein Mädchen nur haben konnte. „Ich…“, wiederholte Tobi noch einmal tapfer, dem Herzinfarkt nahe. Tinka sah ihm in die Augen. Er drehte beinahe hohl. Er warf schüchtern seine Haare zurück. Sie fiel beinahe in Ohnmacht bei diesem Anblick. Die Hände hielten sie immer noch unsicher fest. Das war so eine Geste wie: „Nicht weglaufen! Bloß nicht weglaufen! Bloß nicht jetzt!“ Und Tinka wusste nicht, was er sagen wollte, doch sie wusste, dass sie ihm etwas sagen musste. „Tinka, so ein Zufall“, rief Tobi plötzlich wie aus der Pistole geschossen, „ich muss dir etwas sagen!“ Tinkas Herz schien auszurasten. „Nein“, unterbrach sie ihn eilig, „ich muss dir zuerst etwas sagen!“ Tobi hatte das Gefühl, jetzt gleich auf der Stelle tot umzufliegen. „Sie weiß es!“, dachte er mit klappernden Zähnen. „Er ahnt es!“, dachte Tinka und ihre Knie zitterten. Ihre beiden Blicke sahen aus, als wollte sie jemand jeden Moment von einer zwanzig Meter hohen Klippe schubsen. In Wasser, das nur so von riesigen, blutrünstigen Haien wimmelte. „Jetzt oder nie!“ Diese Gedanken kreisten den beiden andauernd nur im Kopf herum. Sie standen stumm voreinander, Hand in Hand, mehr als verunsichert, mit Herzen, die gleich zu explodieren schienen. Dazu war es brüllend heiß, so richtig brutal. Und beide fühlten sich so klein und winzig, als wären sie schon von der Sonne eingegangen. Ihre Blicke blieben aneinander hängen. Angst und Hoffnung stand groß und breit darin geschrieben. Ihre Hände waren schon ganz rutschig. Wahrscheinlich von der Hitze. War ja auch egal. Merkten die gar nicht in dem Moment. „Jetzt!“ Vielleicht war es Gedankenübertragung. Oder Schicksal. Oder einfach bloß Zufall. Oder Zufall im Schicksal. Wie auch immer, das war er jedenfalls, der große Augenblick, in dem beide gleichzeitig den Mund aufrissen und nach Luft schnappten, um diese in Wörter zu verarbeiten. Die Kreuzung musste die Luft angehalten haben, so spannend war dieser Moment. So risikoreich. Es wehte kein Lüftchen. Keine Katze lief über die Straße. Kein Fahrrad klingelte. Kein Auto hupte. Kein Mensch wagte es zu niesen. Die Blätter der Bäume schienen inne zu halten. Die Büsche lehnten sich weiter nach vorne, um besser sehen zu können. Ein paar Äste kitzelten Tobi am Rücken. Aber der bekam das gar nicht mit, obwohl es hätte nerven müssen. Alle Blicke waren auf Tobi und Tinka gerichtet. Und die merkten das gar nicht. „Ich wollte dir sagen…“, riefen sie gleichzeitig und zuckten daraufhin erschrocken zusammen wie die beiden Fühler einer Weinbergschnecke, die man aus Versehen, oder auch mit Absicht mal berührte. Aber jetzt zogen es beide voll durch, und streckten ihre Fühler wieder vorsichtig heraus. In Zeitlupe. Es dauerte Ewigkeiten, bis jemand zu Wort kam. Und in dem Moment, als plötzlich wie aus dem Nichts ein riesiger Laster vorbei fuhr und alles übertönte, brüllten sie wie die Irren los. Als hätten sie nur darauf gewartet, dass so etwas passieren würde. „Dass ich dich gerne mal zu einem Eis einladen würde!“, schrie Tobi. „Dass ich gerne mal ganz allein mit dir weggehen würde!“, krisch Tinka, fast in der selben Sekunde. Der Laster hinterließ eine gewaltige Masse an Wind, und Tinkas Rock flatterte aufgeregt auf und ab. Keiner hatte ein Wort vom anderen verstanden. Aber irgendwie schienen beide erleichtert darüber zu sein. Trotzdem wäre Tinka nichts lieber als im Asphalt versunken. Sie sah aus wie ein Schmetterling, der gerne wieder weggeflattert wäre, fand Tobi. Aber er hatte nicht vor, sie jetzt flattern zu lassen. Er selbst stand da wie ein Fisch der stehen konnte und am liebsten auf die Suche nach Wasser gegangen wäre um darin abzutauchen, fand Tinka. Aber sie würde ihn jetzt nicht einfach davon hüpfen lassen. Nie und nimmer. Den musste sie jetzt erst mal irgendwie zappeln lassen. Irgendwie an ihrer Angel behalten. Irgendwie mussten sie sich beide angrinsen. Ganz schüchtern und mit knallroten Gesichtern. Sie waren ja fast noch Kinder. Sie hatten ja noch von Liebe gar keine richtige Ahnung. Hätte ein Außenstehender behauptet, der nicht wusste, wie es innen drin aussah…
Die Hände hielten sie immer noch ganz fest, so fest, als wollten sie damit sagen: „Weißt du eigentlich nicht, wie lieb ich dich hab?!“
Tinka wusste gar nicht, ob das gerade alles wirklich passiert war. Ob sie gerade wirklich ihren Schwarm Tobi vor sich stehen hatte und an der warmen, sauberen Hand halten durfte. Und Tobi wusste gar nicht, ob er sie gerade einfach wirklich in den Arm genommen hatte. Einfach so. War wie ein Reflex gewesen. Und sie wehrte sich gar nicht mal dagegen. Tinka, seine große Liebe. Sie standen da an der Kreuzung zwischen der Tulpenbach- und der Seifenbachstraße. Tinka und Tobi. Arm in Arm. Es war ein ganz gewöhnlicher Sommertag. Ein brüllend heißer noch dazu. Und irgendwie wussten beide gar nicht, dass sie gerade überglücklich waren.

Happy End :-)

Dorothea Sutor

  melody | 24.02.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (1)

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25 literarische Wochenendprogramme in ganz Deutschland: Auf http://www.salve-cultura.de können Literaturinteressierte Reiseprogramme auswählen und den Katalog online bestellen.

Die Pressemitteilung erklärt: Der Katalog ist in fünf Themenbereiche untergliedert darunter „Denkanstöße“ mit der Reise „Steppenwolf, eine Hesse-Wochenende“ in die wunderschöne Fachwerkstadt Calw, wo das faszinierende Werk Hermann Hesses noch lebendig ist. Die Programme beinhalten einen umfangreichen Querschnitt durch die deutsche Literaturlandschaft: von Klassikern wie Goethe, Schiller und Novalis bis zu anregender Gegenwartsliteratur. Die Reise „Grenzgänge“ befasst sich mit der Literatur des geteilten Deutschland und stellt bekannte und weniger bekannte Werke der ost- und westdeutschen Literatur vor. Themenreisen wie das Wochenendprogramm „Literarische Gartenträume“ in den Wörlitzer Park und das unentdeckte Gartenareal Oranienbaum runden das Programm ab.

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Das Buchreich des Bösen

Frau Kaltmamsell über ihre Versuche, Bestellungen lieber bei Buchhändlern aufzugeben als bei Amazon.

Deckt sich mit meinen Erfahrungen.

  melody | 16.02.2006 | » Webfundstücke | (0) TBs | Feedback (0)

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Fundstück bei Momo/ im Texttreff, hier werden Autoren für Lokalkrimis rund um Berlin gesucht: »Eine weitere derartige Anthologie mit Kurzkrimis und Rezepten in und rund um Berlin ist für das erste Quartal 2007 geplant. Wer einen derartigen kulinarischen Kurzkrimi in seiner Schublade oder bislang ungeschrieben in seinem Kopf hat und sich vorstellen kann, daß dieser auch der Kritik einer öffentlichen Leserschaft standhalten könnte, kann sich (zumindest noch bis etwa Ende März, danach werden die Autoren sicherlich feststehen) gern an mich wenden.«

  melody | 08.02.2006 | » Beruf: Autor/Texter | (0) TBs | Feedback (0)

Seite 1 von 1 Seiten insgesamt:

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