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Jackie Kay: Die Trompeterin

image Die Trompeterin
Jackie Kay, Susanne Goga-Klinkenberg (Übersetzer)
Broschiert - 238 Seiten - Fischer (Tb.), Frankfurt
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 3596150590

Zwiespalt. Einerseits schön geschrieben und ein Buch, in das man sich versinken lassen kann. Andererseits erfährt man nichts über den Menschen, um den es geht und der als Frau geboren wurde, als Mann lebte. Nichts über seine Motivation oder den zweifellos bestehenden inneren Konflikt. Deswegen bleibt man in der beobachtenden Position, was mir nicht ausreichte, um mich einfühlen zu können. Das hätte ich aber gerne, und zwar nicht nur, weil ich schon vor vielen Jahren eine transsexuelle Bekanntschaft hatte und miterlebte, wie diese Frau sich ihr Leben aufbauen wollte und wann sie siegte, woran sie streckenweise scheiterte.

Spannend: Die Rezension der Zürcher Zeitung bei Amazon, in der es auch um Billy Tipton geht, der hier scheinbar die Vorlage war, obwohl ich diesen Zusammenhang nicht wirklich fühlen konnte, dazu erfuhr man zu wenig persönliches über “Die Trompeterin”. Daher landet dieses Buch auch nicht unter “Frauen” oder “Coming Out”, denn beides ist definitiv nicht das Thema.

  melody | 10.06.2004 | Sonstiges | (0) TBs | Feedback (0)

Barbara Jany: So genannte Rabenmütter

So genannte Rabenmütter
So genannte Rabenmütter
Berichte von Frauen, die ohne ihre Kinder leben

Herausgeberin: Barbara Jany
Mai 2004, BoD, 120 Seiten
ISBN: 3-8334-1173-2 (Preis: € 8,90)

»Mütter, die von ihrer Familie fortgehen, ihre Kinder verlassen - sind das Rabenmütter?
Was bringt eine Mutter dazu, die Familie zurückzulassen und ein Leben ohne ihre Kinder zu führen? Nicht wenige Frauen wagen diesen Schritt; die Gründe, warum sie es tun, sind vielfältig. Doch eine solche Entscheidung stößt auch heute noch auf Unverständnis, Kritik und Anfeindungen, denn es scheint zwar ‘normal’ und gesellschaftlich akzeptiert zu sein, dass Väter die Familie verlassen; Müttern wird es jedoch nicht zugestanden, ein Leben ohne ihre Kinder zu führen, und sie werden leichtfertig als ‘Rabenmütter’ bezeichnet.«

Stimmt. Auch in mir ist das Bild einer kämpfenden Löwenmutter, die für ihr Junges alles tun und alles geben würde, eigentlich recht fest verankert. Nicht als Ideal, sondern als zu erwartender Normalzustand. Mütter sind so. Das lernt man früh. Es scheint fester Bestandteil eines Frauenlebens zu sein, zu dienen, sich unterzuordnen und sich zu opfern und jede Abweichung im positiven Sinne erfordert natürlich mehr Kraft als wenn es einfach hingenommen würde. Man wundert sich nicht, wenn eine Mutter sich selbst aufgibt, um ihre Brut höchstpersönlich zu betreuen. Nur wenn eine Frau entscheidet, dass die Kinder beim Vater besser aufgehoben sind und geht, dann fragt mal zweimal nach, wie es so weit kommen konnte. Wie sie sich nicht nur vom Mann, sondern auch von den Kindern trennen konnte. Rabenmutter. Auch wenn man (ich) es besser weiß, man fragt. Sich. Oder auch andere, wenn man kann.

Kein einfaches Thema. Erschwert wird eine Unterhaltung darüber zum Beispiel durch das Phänomen des augenrollenden Muttertiers. Eine simpel gestrickte Gattung, die schnaubend und sich ereifernd durchs Gesprächsdickicht bricht und mit scharfer Munition ausgestattet ist: “MICH könnte nichts und niemand von meinen Kindern trennen, ich würde kämpfen bis zum letzten Blutstropfen und niemals würde ich…” Dagegen lässt sich nur schwerlich etwas sagen und parallel zu solchen ‘Argumenten’ ist kein Raum für Unterhaltungen. Ich hab’s wirklich probiert, man kann einfach nicht reden, wenn eine solche auf Autopilotin geschaltete Übermutter dabei ist - als Frau ohne Kinder kann man mit dieser Sorte offensichtlich dann eh nicht kommunizieren. Wovor haben die eigentlich solche Angst? Davor, dass das Leben unberechenbar ist und wir im Laufe dieser vielen Jahre viele Dinge getan haben und tun werden, die wir vorher für undenkbar hielten?

Eine Mutter wird, wenn möglich, wohl immer tun, was für die Kinder gut ist. Das schließt ein Weggehen (um nicht selbst zerstört zu werden) mit ein. Und nicht aus.

Das Buch »So genannte Rabenmütter« erzählt die Geschichten von Müttern, die am Ende einer Ehe oder Beziehung die Kinder beim Vater liessen. Es tut weh, über diese Erzählungen zu lernen, dass eine Frau, die weggeht, oft alle Rechte und eine Anerkennung verliert, die einem Mann wie selbstverständlich noch zustehen würden. Für betroffene Frauen muss es hilfreich und tröstend sein, diese Erfahrungen zu teilen, andere Berichte zu lesen und sich dann evtl. noch auf der Webseite des Rabenmütter-Projekts austauschen zu können.

  melody | 10.06.2004 | Frauen, Feminismus | (0) TBs | Feedback (0)

Zeruya Shalev: Liebesleben

Liebesleben Liebesleben
von Zeruya Shalev

Eine Frau verliebt sich in einen älteren Mann, bricht aus ihrem Alltagstrott aus für eine chaotische Affäre mit diesem Bekannten ihrer Eltern, für den sie aber nichts als ein Nebenhandlungsstrang in seinem eigenen Leben ist.

Anfangs ein Buch, über das ich mich ärgerte. Weil ich es nicht auf englisch gekauft hatte, weil die Frau auf dem Umschlag mich zu sehr an das Cover des (wunderbaren) »Waiting« von Ha Jin erinnert - und weil die Geschichte sich so schrecklich anfühlt anfangs, wenn die Protagonistin mit Haut und Haaren und trotzdem heimlich einem anderen als ihrem Ehemann verfällt und man sie streckenweise einfach nehmen und schütteln möchte, weil sie sich demütigen und erniedrigen lässt und immer noch eins draufsetzt, wenn sich alles zum oberflächlich Guten wenden könnte.

Fasziniert hat mich dieser Einblick in einen so leidenschaftlichen, aber auch für andere so schädlichen Menschen dann trotzdem so sehr, dass ich das Buch ohne Pause zu Ende gelesen habe. Auch wenn ich mir schon denken konnte, wie es ausgeht. Die Geschichte wird atemlos erzählt, das wichtige ist nicht, was geschieht - sondern die Sprache. Wer diese Art von Leidenschaft nicht zumindest ansatzweise wiedererkennt, wird mit dem Buch allerdings nichts anfangen können.

  melody | 10.06.2004 | Erotik & "mehr" | (0) TBs | Feedback (0)

Seite 1 von 1 Seiten insgesamt:

Frauen und andere KatzenFrauen und andere Katzen.

Kurzgeschichten, Märchen und erotische Erzählungen.

Taschenbuch mit Geschichten, die auf katzenfrau.de veröffentlicht wurden. (6,60 Euro - 104 Seiten, erschienen im Juni 2000, online bestellen)

 

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