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Von Arschlöchern lernen

Vor ein paar Wochen stolperte ich leider versehentlich einer Frau über die virtuellen Zehen, die sich online darüber ausließ, wie man sie zu behandeln habe und wie nicht (als Person, die ich vor langer Zeit als Mann kannte und die inzwischen eine Frau ist). Sie schrieb darüber, dass es bevormundend und entmenschlichend sei, wenn jemand (dies und das) tun würde und ich antwortete spontan, dass es nichts geben würde, das sie entmenschlichen könne.

Weil das meine Meinung ist: Man muss sich ggf. mit Beleidigungen oder anderen Ärgernissen herumschlagen, aber niemand kann einem Menschen das Menschliche wegnehmen/absprechen.

Sie hat mich dann in einem virtuellen Kotzanfall gesperrt und ich habe drei Tage vor dem Rechner gesessen und überlegt, wie ich am besten eine Mail oder sogar einen Brief schreiben sollte, um zu erläutern, dass ich es nicht verletzend oder bevormundend gemeint hatte, sondern es einfach meine Meinung ist und dass kaum noch irgendein Austausch zustande kommt, wenn der klügste Spruch von allen nicht mehr gilt: „Don’t take offense, when none is given“.

Einfach, dass ich es nicht böse gemeint hatte, dass ich sie selbstverständlich nicht verletzen wollte, dass es mir leid tut, wie das gelaufen ist.

Diesen Sortierprozess unterbrach zum Glück ein hilfreicher Freund, der sinngemäß meinte, ich solle meine Energie und meine kostbare Zeit nicht auf einen Menschen verschwenden, der sich mit solchem Nachdruck wie ein Arschloch benimmt, schließlich habe die Person ihre Energie auf mich ja auch nicht verschwendet. Arschloch ist Arschloch, egal welchen Geschlechts.

Das stimmt.

Aber ich habe trotzdem etwas gelernt, das ich inzwischen in lohnenderen Vorgängen einsetzen konnte. Na gut, in einem lohnenderen Vorgang.

Wenn jemand so hart kämpft, um zu sich selbst zu finden, gibt es auf diesem schwierigen Weg wohl immer auch einen rohen, wunden Punkt, an dem andere nicht viel richtig machen können – wenn sie nicht telepathisch und auf Knopfdruck jedes, aber auch wirklich jedes Detail erraten können, das gerade von ihnen gewünscht wird. Oder unbeholfen sind, oder Kommunikationsfehler machen, oder nicht so perfekt sind, wie das Situationsarschloch es gerade anfordert. Gnadenlos anfordert. Tagesformabhängig, zweifellos. 

Weil die aufgewühlte Person einen so anstrengenden Weg gegangen ist oder geht, dass sie nicht mehr differenzieren kann, wer Freund und Feind ist, es muss einfach nur noch alles kompromisslos klappen, sonst ist es (für ihn oder sie) nicht auszuhalten. Und an dieser Stelle des Wegs trennt sich nicht nur Spreu vom Weizen, da wird auch einfach hilflos und wahllos um sich geschlagen und weggesäbelt.

Wenn man das begriffen hat, oder zu begreifen meint, wie sich das anfühlt, toleriert man viel mehr schlechte Tagesform, auch wenn man selbst eine solche Schälung nicht durchlaufen hat und nur von außen guckt.

Wenn sich jemand lohnt, hält man also die Luft an und wartet, bis man wieder reden kann. Dann hat man eine reelle Chance darauf, dass alles gut wird. Weil man es gut miteinander meint. Ein Mensch, der sich Mühe mit anderen gibt, erkennt schließlich schnell, wann ihm oder ihr jemand tatsächlich „etwas wollte“ und wann nicht.

Und ich gehe auf Zehenspitzen leise weg von solchen Situationen, denn ich möchte gar nicht erst in die Verlegenheit geraten, etwas falsch zu machen. Unterstützung und freundliche Bekanntschaft oder mehr kann ich auch zeigen, wenn die anderen ihre Tretminen besser sortiert haben, die sch*issen ja schließlich darauf, ob ich sie supporte oder nicht, in dem Zustand :-)

Dienstag, 06. Juni 2017 um 11:00 AM
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